Kritik zu Megadeth DYSTOPIA

Megadeth DYSTOPIA

Thrash Metal, T-Boy/Universal (11 Songs / VÖ: 22.1.)

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Dave Mustaine mag sich noch so sehr anstrengen, wie ein komplettes Arschloch beziehungsweise „eine Verschwendung von Haut und Leben“ dazustehen (so bezeichnete der bekennende, vor Nächstenliebe nur so überlaufende Christ jüngst in einem Handy-Video seinen angeblich unfähigen Gitarrentechniker, den er zuvor gefeuert hatte), aber wenn der 54-Jährige Hand an die Saiten legt, gewinnt er tatsächlich ein paar Sympathien zurück.

So geschieht es aktuell durch das nunmehr 15. Studioalbum der kalifornischen Thrash-Institution. Lieb-äugelten die zum Teil arg eingängigen Rocker vom Vorgänger SUPER COLLIDER noch offensichtlich mit Radio-Airplay, will Mustaine auf -DYSTOPIA vor allem eines: seine Band in Top-Form präsentieren. Mission erfüllt! Zum einen schlagen die Zugänge in Form von Angra-Gitarrist Kiko Loureiro (höre unter anderem die Soli im überragenden Titel-Track sowie dem genialen Instrumental ‘Conquer… Or Die!’) und Lamb Of God-Schlagzeuger Chris Adler voll ein, zum anderen sitzen die mal filigranen (‘Dystopia’, ‘Poisonous Shadows’), mal zupackenden Riffs (‘Fatal Illusion’, ‘Death From -Within’) und elegant darüber komponierten Hooks (‘Post-American World’, ‘The Emperor’).

Das erinnert an beste Megadeth-Zeiten zu COUNTDOWN TO EXTINCTION und -YOUTHANASIA. Thrash kann Mustaine also noch – mal außen vor gelassen, welche wirren hinterwäldlerischen Ansichten „Megadave“ in seinen Texten verbreiten mag (wobei ‘The Threat Is Real’ leider nicht nur musikalisch den Nerv der Zeit trifft). Insofern stellen Hördurchläufe von DYSTOPIA keineswegs eine Verschwendung von Lebenszeit dar – ganz im Gegenteil.


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