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Megadeth Super Collider

Thrash Metal, Tradecraft/Universal 11 Songs / VÖ: 31.05.2013

5/ 7
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Mittlerweile macht man ja 6,66 Kreuze, wenn sich Dave Mustaine ausschließlich musikalisch zu Wort meldet. In dem seltsamen Zitatemix aus Verschwörungstheorien, Obama-Anfeindungen und Kreationisten-Schwurbel geht völlig unter, was für ein begnadeter Gitarrist der US-Amerikaner auch mit 51 Jahren noch ist. Sehr schade eigentlich. Nachdem bereits das letzte Album TH1RT3EN (2011) von der Band stilistisch als ziemlich divers charakterisiert wurde, geht SUPER COLLIDER noch einen Schritt weiter.

Zumindest musikalisch kann man Mustaine anno 2013 also kein Scheuklappendenken vorwerfen. Schon das Titelstück überrascht mit schwofig-lässiger Lynyrd Skynyrd-Attitüde, ‘The Blackest Crow’ spielt sogar noch offener mit den Southern Rock-Einflüssen aus Mustaines Jugend. Die zwei Nummern, bei denen Disturbed-Frontmann David Draiman mitmischt (‘Dance In The Rain’ sowie das straighte, an Thin Lizzy erinnernde ‘Forget To Remember’) besitzen eine sehr interessante, weil melancholisch-aggressive Klangfarbe, wie man sie von den Midtempo-Songs der Mittneunziger-Alben her kennt.

Zudem gibt es nach 2001 mit ‘A House Divided’ eine erneute Kollaboration mit dem Trompeter Bob Findley zu hören. Die berühmt-berüchtigte Kauzigkeit Megadeths kommt natürlich auch nicht zu kurz: Es gibt immer wieder thrashige Momente, in denen Rhythmik und Gesang im ersten Moment überhaupt nicht zueinander passen möchten – um im Endeffekt besonders giftig zu wirken. Auch wenn ein, zwei Hits fehlen, manches zu versponnen endet oder nicht zu Ende gebracht wird: SUPER COLLIDER ist mit Sicherheit eines der stilistisch vielseitigsten und daher auch unterhaltsamsten Alben der reichen Megadeth-Diskografie. Und lenkt dankenswerterweise die Aufmerksamkeit wieder auf das musikalische Schaffen des Hauptdarstellers.

Heiß oder Scheiß? Megadeth spalten mit SUPER COLLIDER die METAL HAMMER-Redaktion und werden zum Streitfall unserer Juni-Ausgabe.

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