Keine Frage: So wie Metallica auf der Dokumentation SOME KIND OF MONSTER hat in den letzten Jahrzehnten keine andere Band dieser Größenordnung die Hosen runtergelassen. Durchaus mit dem Hintergedanken, sich selbst den Spiegel vorzuhalten – aber derartige Einblicke in ein Seelenleben sind nicht nur selten, sondern auch außerhalb jeden Voyeurismus’ höchst interessant und letztlich unterhaltsam.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Seelen-Strips wird SOME KIND OF MONSTER neu aufgelegt, ergänzt von einer knapp halbstündigen Nachbetrachtung seitens der Band. Dabei wird sehr deutlich, dass die damalige Zeit die endgültige Sollbruchstelle in der Metallica-Maschinerie darstellte. Die Prioritäten mussten neu verteilt, die zwischenmenschlichen Beziehungen neu geordnet werden, um den millionenschweren Kutter auf Kurs zu halten. Das bedeutet für uns, dass Metallica wohl nur noch einmal pro Jahrzehnt ein Studioalbum veröffentlichen werden, um den Stressfaktor möglichst gering zu halten. Und jener nimmt auf SOME KIND OF MONSTER tatsächlich monströse Formen an, speziell in mentaler Hinsicht.
Das Teil ist auch zehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung eine blanke Sensation. Hetfield und Ulrich Nase an Nase zanken zu sehen, hat etwas von den Keilereien in einem wohlbekannten gallischen Dorf. Eines der packendsten Band-Porträts der Rock-Geschichte.
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