Toggle menu

Metal Hammer

Search

Nightwish Once

Symphonic Metal, (11 Songs / 60-47 Min.) VO: 7.6

7/ 7
teilen
mailen
teilen
von

Das neue Nightwish-Album ONCE lässt sich am besten mit den eigenen Worten von Band-Kopf TuomasHolopainen beschreiben: „Dies sind elf Soundtracks, die sich als Metal-Album tarnen.“ Noch nie ging der Finne derartig ambitioniert zu Werke: Gigantische Orchester-Einsätze harmonieren mit heftigen Gitarrenangriffen, zahllose Details verstecken sich in den Stücken, und Tarja wechselt sich häufiger mit Marco beim Gesang ab. Schon der erste Kracher, ‚Dark ehest Of Wonders‘, legt diese grobe Marschrichtung fest. Dabei steht mit dem London Session Orchestra, das beispielsweise auf dem Soundtrack des dritten “ Herr der Ringe“-Teils vertreten ist, erstmals ein echtes Spitzenensemble zu Verfügung. Das kostete garantiert eine Menge Geld, doch das phantastische Ergebnis rechtfertigt diese Investition, denn der Unterschied lässt sich jederzeit ausmachen. Doch auf ONCE legen sich Nightwish keineswegs einzig auf einen orchestralen Kurs fest. Vielmehr bestimmt die Vielfalt das Klangbild, wie bereits der elektronisch orientierte Tanz-Stampfer ‚Wish I Had An Angel‘ beweist – da werden einige verwundert ihre Augen reiben.

Aber nicht nur die einzelnen Lieder ändern immer wieder ihr Erscheinung und Stimmung, nein, ONCE zeichnet sich besonders durch seine vielschichtig arrangierten Songsaus. Unvermutet werden immer wieder neue Pfade eingeschlagen, was den Hörer stets herausfordert und Konzentration verlangt. Tuomas hat aber keineswegs sein großes Talent für eingängige Melodien oder wunderschöne Momente verloren. Im Gegenteil, denn wer sich die Zeit für eine Entdeckungsreise nimmt, wird durch unzählige Offenbarungen belohnt – mit der Zeit entfaltet sich eine musikalische Wunderwelt. Stellvertretend dafür mag ‚Creek Mary’s Blood‘ stehen, eine indianische Geschichte zwischen Drama und Melancholie. Alle Elemente – von der Musik über die Instrumentierung mit Trommel und Flöte bis zu der Passage in indianischer Sprache-zaubern Bilder oder Filmsequenzen in den Kopf und erfüllen somit Tuomas Bekenntnis zum „Soundtrack“. ONCE stellt sich schnell als geradezu „visuelles“ Album heraus, das den Hörer in den Regiestuhl setzt. Auch wenn dies bei Nightwish bei genauer Betrachtung letztlich schon immer der Fall war, erreicht dieser Effekt hier eine neue Dimension.

Somit bleiben sich die Finnen treu, die bisher noch mit jedem Album neue Wege beschritten, dabei aber stets unverwechselbar sie selbst blieben. Zu den Änderungen gehört erneut auch Tarjas Gesang, da einerseits wieder verstärkt opernhafte Momente auftauchen, gleichzeitig aber der offenere Klang ihrer Stimme von CENTURY CHILD (2002) weiterentwickelt wird. Diesmal allerdings meist ohne jene oft klagende Bitterkeit, die den Vorgänger auszeichnete. Die vielen Facetten der Songs reflektieren sich auch in Tarjas Interpretationen, wobei sie durch den verstärkten und variableren Einsatz von Marcos kraftvoller Männerstimme hervorragende Unterstützung findet. Fan-Herz, was begehrst du mehr? Anfangs wird wegen der Veränderungen wieder mal Skepsis herrschen, klar. Manche wünschen sich eben eine schlichte Wiederholung oder simple Liedlein, doch Tuomas schuf eben ein einzigartiges, innovatives Album. Für mich besteht daher schon jetzt nicht der geringste Zweifel: ONCE wird spätestens nach einem Jahr Gewöhnungsphase auch bei seinen derzeitigen Kritikern als weiterer Meilenstein und Nightwish-Klassiker gelten. Ein Meisterwerk!


ÄHNLICHE KRITIKEN

Nightwish :: VEHICLE OF SPIRIT

Tarja :: The Shadow Self

Nightwish :: Showtime, Storytime


ÄHNLICHE ARTIKEL

Tarja über finale Zeit bei Nightwish: "Es war elendig."

Symphonic Metal-Ikone Tarja Turunen will ihre letzte, "elendige" Zeit bei Nightwish nicht noch einmal erleben müssen.

Die Metal-Alben der Woche vom 12.06. mit Tarja, Khemmis, Stormkeep u.a.

Die wichtigsten Metal-Neuerscheinungen der Woche vom 12.06. in der Übersicht – diesmal mit unter anderem Bolan, Yes und Soulburn.

Die Videos der Woche vom 29.05. mit Moonspell, Tarja, Flotsam And Jetsam u.v.m.

Brandaktuelles Videomaterial gibt es auch diese Woche - von unter anderem In This Moment, Night Laser sowie einigen weiteren.

teilen
mailen
teilen
Die Videos der Woche vom 29.05. mit Moonspell, Tarja, Flotsam And Jetsam u.v.m.

Hier geht's zur Übersicht dieser Woche: Axty ‘Nothing But Pain’ Chopper ‘New Body’ Defiled ‘Altered State’ Face Down Hero ‘Ghosts Of Gilead’ Fen ‘Tectonic’ Flotsam And Jetsam ‘Rats In The Temple’ Future Palace ‘Resurge’ Gothminister ‘The Dark’ Green Carnation ‘Loneliness Untold, Loneliness Unfold’ Harsh ‘Forever Yesterday’ In This Moment ‘Sleeping With The Enemy’ Moonspell ‘Cross Your Heart’ Night Laser ‘Laser Train’ (live) Nunslaughter ‘Peukharist’ Prime Creation ‘Ashes Of Trust’ Psycroptic ‘Gathering A Venomous Herd’ Southpaw FLHC ‘Run Game’ Tarja ‘The Trace Outlives’ Uwe Lulis Project ‘Midnight In The Night Of Ghosts’ Wailin Storms ‘You Never Answered’ --- Bestens informiert über…
Weiterlesen
Zur Startseite