Toggle menu

Metal Hammer

Search
Blackout Tuesday
Logo Daheim Dabei Konzerte

Zugabe!

Weiterempfehlen!
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Mail Icon
  • Stunden
  • Minuten
  • Sekunden

Paradise Lost The Plague Within

Century Media/Universal 10 Songs/ VÖ: 01.06.

6/ 7
teilen
twittern
mailen
teilen
von
Foto: Promo

Die Zeiten, in denen ­Paradise Lost Stile voller jugendlichem Ungestüm nach Belieben wechselten, sind lange vorbei: Vom Doom Death auf GOTHIC zu Maiden-eskem Gothic Metal auf ICON und DRACONIAN TIMES in die Abgründe einer rockigen Variante von Depeche Mode auf HOST und BELIEVE IN NOTHING – und das alles innerhalb von zehn Jahren! Zehn Jahren voller Freude, Inbrunst, Verzweiflung, Enttäuschung und „As I Die!!!“-Gebrülle auf jedem Konzert.

Seit dieser Achterbahnfahrt ist deutlich mehr Zeit vergangen, als jene damals gedauert hat, was man sich unbedingt klarmachen sollte, wenn es um die Wertschätzung geht, die THE PLAGUE WITHIN ziemlich offensiv einfordert. Nach Jahren voller „erwachsener“ Alben, die geschmackvoll die diversen Verästelungen der Band-Wurzeln pflegten und sich an der hohen Kunst des Songwritings abarbeiteten, wollen Paradise Lost jetzt unumwunden euren nostalgischen Flashback, wollen sie nun die Jugend zurück, und das ziemlich frei von Ironie. Die Zeichen waren längst da: Gitarrist Greg Mackintosh gibt mit fast 45 Jahren den Crust-Punk mit ellenlangen Dreads und sicht- wie hörbar massivem Spaß an seinem Proto-UK-Death Metal-Retro-Act ­Vallenfyre. Und Sänger Nick Holmes zierte sich auch nicht wirklich lange, bei Bloodbath in die ver­waisten Growler-Stiefel zu steigen.

Über Midlife-­Crisis habe ich mit beiden in den vergangenen Jahren oft geredet – spekulativ, wie sich jetzt heraus­stellt. Denn THE PLAGUE WITHIN manifes­tiert ebendiese lehrbuchartig. Und macht dabei tatsächlich richtig Spaß. Die Bedeutung für Paradise Losts Gesamtwerk geht allerdings tiefer: Mit „lehrbuchartig“ möchte ich ausdrücken, dass dieses Album natürlich kein Old School-Death Metal-Faksimile geworden ist. Stattdessen präsentiert es die Verwandlung des jugendlichen „Sie wissen nicht, was sie tun, und es ward geil“ in das reife „Sie wissen, was sie tun, und hoffen, es wird geil“. All die Elemente der knapp 15 Jahre seit BELIEVE IN NOTHING, der damaligen Rekonstruktion von Paradise Lost als glaubwürdige Metal-Band, sind auch auf dem neuen Album zu spüren.

Sorgfältiges Songwriting? Check. Finger weg von billigen Hits? Natürlich. Deswegen ein seelenloses Rekonstrukt der verlorenen Jugend erschaffen? Nein. ­Früher trieb ­Paradise Lost die Liebe zu Dead Can Dance, The Sisters Of Mercy und Depeche Mode an die Grenzen ihres Metal-Verständnisses. Heute treibt sie die Liebe zur eigenen Vergangenheit zum Kern dessen, was sie damals so unbewusst zu artikulieren lernten. Und dabei können eben ganz große Songs herauskommen. Selbst wenn THE PLAGUE WITHIN bei Weitem nicht perfekt ist: Als ich ‘Beneath ­Broken Earth’ erstmals hörte und dabei immer lauter machte, lief mir eine Gänsehaut über den Körper.

Rund 100 aktuelle Reviews findet ihr in unserer Juni-Ausgabe.

Das Heft kann einzeln und innerhalb von Deutschland für 5,90 Euro (inkl. Porto) per Post bestellt werden. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Einzelheft Metal Hammer 06/15“ und eurer Adresse an einzelheft@metal-hammer.de schicken.
Generell können natürlich alle Hefte auch einzeln nachbestellt werden – alle Infos dazu findet ihr unter www.metal-hammer.de/einzelheft.

Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Ein Mal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Stone Sour :: HYDROGRAD

Long Distance Calling :: Trips

Omnium Gatherum :: Grey Heavens


ÄHNLICHE ARTIKEL

Paradise Lost: Tiefschwarze Naturgewalt

OBSIDIAN passt perfekt zur tiefschwarzen Geschichte von Paradise Lost, die von hitzigen Eruptionen und gotischen Tränen gleichermaßen bestimmt wurde.

Das Album des Monats 06/20: Paradise Lost OBSIDIAN

Paradise Lost sind mit OBSIDIAN Soundcheck-Sieger und konnten Sorcerer, Green Carnation und Horisont auf die Plätze verweisen.

Die METAL HAMMER Juniausgabe 2020: 25 perfekte Live-Alben, Rammstein, Grave Digger u.v.a.

Für unsere Titelstory listen wir die empfehlenswertesten Konzertmitschnitte aus über vier Dekaden Rock- und Metal-Geschichte. Dazu eine große HERZELEID-History und vieles mehr.

teilen
twittern
mailen
teilen
Die METAL HAMMER Juniausgabe 2020: 25 perfekte Live-Alben, Rammstein, Grave Digger u.v.a.

*** Bestell dir jetzt und nur für kurze Zeit 3 Hefte zum Sonderpreis im Spezial-Abo für nur 9,95 € direkt nach Hause: www.metal-hammer.de/spezialabo Ladet euch die aktuelle Ausgabe ganz einfach als PDF herunter: www.metal-hammer.de/epaper Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: https://www.metal-hammer.de/heftbestellung *** Die denkwürdigsten Live-Alben aller Zeiten Erst mal keine Live-Konzerte, und bis Ende August auch keine Festivals – Corona bedeutet für alle Kunst- und Kulturschaffenden nichts weniger als eine Katastrophe und beschert auch unserer geliebten Metal-Szene einen seltsam leeren Sommer. Wir wollen trotzdem nicht auf unsere Dosis…
Weiterlesen
Zur Startseite