Kritik zu SAW VI Horror

SAW VI Horror

Kinowelt 3. Dezember 2009

5.0/ 7
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Foto: Kinowelt

Alle Jahre wieder kommt er zurück – der Mörder Jigsaw. Es erinnert fast schon an ein Wiedersehen mit alten Freunden, wenn ein neuer Teil der SAW-Reihe die Vorweihnachtszeit versüßt. Zugegeben – ein Wiedersehen mit psychopathischen Freunden. Und auch wenn man meint, in altbekannte Gesichter zu blicken, tun sich doch zu jedem Jahrestag wieder neue überraschende Abgründe auf.

Nur weil John Kramer – besser bekannt als Jigsaw (Tobin Bell) – längst das zeitliche gesegnet hat, hören seine makaberen Spiele noch lange nicht auf. Der krebskranke Killer hat vorausgeplant, und zwar schon seit sehr langer Zeit! Sein Werk wird durch seinen Lehrling Mark Hoffman (Costas Mandylor) fortgeführt: Im Mittelpunkt steht diesmal William Easton (Peter Outerbridge), hohes Tier in einer Versicherung, der in der Vergangenheit bereits auf Jigsaw getroffen ist. Wie üblich ist das Opfer gezwungen, sich durch einen labyrinthartigen Komplex zu kämpfen und auf grausamste Art und Weise den Wert des Lebens schätzen zu lernen. Die Lernmittel sind die üblichen: Schrotflinte, Schraubstöcke, Säure… Hauptsache, es tut ordentlich weh.

Währenddessen hat auch Hoffman selbst ein paar Hürden zu nehmen: Der Plan, die Morde seinem Kollegen Peter Strahm in die Schuhe zu schieben, läuft nicht so rund wie erhofft. Er muss also dafür sorgen, dass ihm die anderen Ermittler nicht auf die Schliche kommen – koste es, was es wolle. Was Mark Hoffman dabei nicht merkt: Auch Jigsaws Ex-Frau Jill Tuck (Betsy Russell) hat noch ein Wörtchen mit ihm zu reden…

Nach dem enttäuschenden SAW V war einiges wieder gut zu machen. Und tatsächlich: Die Macher des sechsten Teils bemühen sich redlich darum, alteingesessene Fans zufrieden zu stellen. Die Fallen und Folterinstrumente sind wieder deutlich spektakulärer als im Vorgänger – und zumindest was die Eröffnungsszene angeht auch sehr viel heftiger. Danach möchte man vom Metzger nicht mehr gefragt werden, ob es noch etwas mehr sein darf! Gleichzeitig geht auch die Hintergrundhandlung wieder voran, ohne so sehr zu verwirren wie die aus SAW IV. Vor allem der aktive Part von Jill – inklusive vieler aufschlussreicher Rückblenden – wird Fans der Reihe freuen. Man merkt Regisseur Kevin Greutert die SAW-Erfahrung an: Bei allen bisherigen Filmen war er als Cutter dabei.

Allerdings: Nach sechs Teilen verstehen wohl nur noch Hardcore-Fans die Details der Handlung. So manches erscheint an den Haaren herbeigezogen – viel Zeit darüber nachzudenken bleibt aber zum Glück sowieso nicht. Der nächste Schauplatz-Sprung oder die Rückblende warten schon. Der obligatorische Story-Twist zum Finale fällt zwar nicht so mau aus wie im Vorgänger, mit den ersten drei SAW-Filmen kann er aber wieder nicht mithalten. Auch die Holzhammer-Methoden, mit denen Philosophie und Sozialkritik eingebracht werden sollen, erfüllen ihren Zweck nicht

Keine Frage, SAW VI ist ein durch und durch spannender Film. Ekelhaft, verstörend, krank und verworren. SAW-Fans kommen damit voll auf ihre Kosten und werden den Kinosaal beglückt verlassen. Trotzdem wird über eines Einigkeit herrschen: Der Reihe sollte endlich ein würdiges Ende bereitet werden! Vielleicht nächstes Jahr Weihnachten…


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