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Simple Existenz DAS LEBEN VOR DEM TOD Review

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Mit Kunst ist das immer so eine Sache. Ein blauer Strich auf der Leinwand ist zunächst mal ein blauer Strich auf der Leinwand. Erst durch Deutung gewinnt er an Wert – oder eben auch nicht. Ähnlich verhält es sich mit Simple Existenz.

Das neue Projekt des ehemaligen Nagelfar-Gitarristen Zorn kann ein faszinierender, ja rührender Trip in die dunkleren Ecken der menschlichen Seele sein. Wenn sich der Hörer darauf einlässt. Denn geht man von objektiver, vielleicht zynischer Seite an DAS LEBEN VOR DEM TOD heran, wirken die acht Songs wie Flickwerk aus schrammeligen Black Metal-Riffs, akustischen Spoken Word-Passagen und kitschiger Keyboard-Atmosphäre, unterlegt mit holprig polternden Drums. Stimmt auch. Das lässt aber außer Acht, dass Simple Existenz mit diesen Mitteln ganz bewusst zu spielen scheinen.

So kreiert die Band jene intensive, bedrückende Stimmung, die etwa den Opener ‘Der sterbende Mann’ vor der Lächerlichkeit eines jammervollen Gothic-Songs rettet. Und selbst für kraftvolle, hymnische Momente ist auf DAS LEBEN VOR DEM TOD Platz (‘Helder dieser Welt’). Den Totalausfall ‘Mein Licht’ entschuldigt das allerdings nicht, und auch Massentauglichkeit klingt definitiv anders. Also: Kunst oder Krampf? Das liegt hier ganz im Gehörgang des Betrachters.

Sebastian Kessler

Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der April-Ausgabe des METAL HAMMER.


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