Toggle menu

Metal Hammer

Search

The Walking Dead: The Telltale Definitive Series (PS4, Xbox One, PC)

Adventure, Skybound, LLC

6/ 7
teilen
twittern
mailen
teilen
von
Foto: Skybound, LLC

Wenn man über die Spielereihe „The Walking Dead“ schreibt, muss man zwingend auch das Schicksal von Entwicklerstudio Telltale Games zumindest kurz anreißen: Im Jahr 2018 musste das Studio komplett geschlossen werden, zu dem Zeitpunkt arbeitete man gerade noch mit Hochdruck an der vierten und finalen Staffel von „The Walking Dead“. Als die Schließung bekannt wurde, war zum damaligen Zeitpunkt auch unklar, ob „The Walking Dead: The Final Season“ überhaupt noch fertiggestellt werden kann. Rettung folgte in Form von Skybound Entertainment, der Firma hinter den Comics. Dank Skybound konnten nicht nur die fehlenden Episoden der finalen Staffel finalisiert und veröffentlicht werden, sondern Skybound ist es auch zu verdanken, dass es eine „The Walking Dead“-Komplettsammlung für Fans gibt. Quasi Tribut und Abschied in einem.

Trailer

Das steckt drin

The Walking Dead: The Telltale Definitive Series“ so der vollständige und etwas sperrige Titel der Sammlung, bietet alle vier Hauptstaffeln der Reihe und das Spin-Off „The Walking Dead: Michonne“. Bei der ersten Staffel ist außerdem der DLC „400 Days“ direkt mit an Bord und kann im Staffelmenü als Bonusepisode ausgewählt werden. Mit „Graphic Black“ gibt es außerdem einen standardmäßigen Grafikfilter, der den visuellen Stil der finalen Staffel auf alle vorherigen Episoden und Staffeln übeträgt. Und davon profitieren vor allem die ersten Seasons, denen man ihr Alter durchaus schon ansehen kann. Verbesserte Texturen mit einer höheren Auflösung gibt es nämlich nicht, dies wäre vermutlich zu aufwendig und zu teuer gewesen.

Und auch auf 4K-Gameplay muss man leider verzichten – „The Walking Dead: The Telltale Definitive Series“ läuft in 1080p, zumindest auf Konsolen. „Graphic Black“ kaschiert allerdings zum Glück größtenteils das optische Alter der Reihe und liefert gleich noch einen weiteren Vorteil: Alle „The Walking Dead“-Staffeln sehen jetzt einheitlich aus. Wer die alten Staffel lieber im Original spielen möchte, kann in den Einstellungen den Filter aber auch deaktivieren.

Es gibt jetzt eine ultimative Spielesammlung der „The Walking Dead“-Adventurereihe
In den vier Staffel der „The Walking Dead“-Spieleserie steht Clementine (vorne links) im Fokus der Geschichte.

Abgerundet wird die Sammlung durch jede Menge Bonusmaterial, darunter Entwicklerkommentare, Konzeptzeichungen als Bildergalerie, ein Musikplayer mit über 40 Stücken und betrachtbare 3D-Modelle aus allen Episoden. Alle Bonusinhalte können komfortabel vom Hauptmenü aus abgerufen werden, leider muss man sich bei den 3D-Modellen auf längere Ladezeiten einstellen, die auch etwas unverständlich sind, da die Modelle nicht die höchste Auflösung haben. Das trübt den Spaß leider etwas und macht das Anschauen der Modelle zur unnötigen Geduldsprobe.

So spielt sich „The Walking Dead“ im Jahr 2019

Aber sei es drum, wir sind primär nicht für das Bonusmaterial hier, sondern für die einzelnen Spiele. Als das erste „The Walking Dead“ im Jahr 2012 erschien, wurde es von Spielern und Kritikern für seine Erzählweise mit den vielen Entscheidungsmöglickheiten gefeiert. In den darauffolgenden Jahren gab es immer mehr Spiele, die „The Walking Dead“ vom Gameplay her ähnelten und man kann zurecht behaupten, dass das Game eine Trendwelle auslöste, die bis heute anhält. Zwar gibt es in „The Walking Dead“ auch Szenen, in denen Schnelligkeit gefragt ist, dennnoch spielt sich der Titel die meiste Zeit über wie eine interaktive Serie: Man erkundet die Umgebung und löst dabei simple Rätsel, um die nächsten Dialogszenen anzustoßen und die Handlung voranzutreiben. Hin und wieder sorgen Quick-Time-Events für Abwechslung, Nervenkitzel und oftmals auch Frust.

Für den Wiederspielwert sorgen unterschiedliche Entscheidungsmöglichkeiten und Wahlfreiheiten in Schlüsselszenen. Allerdings wird beim erneuten Durchzocken auch schnell klar, dass die von den Entwicklern im Vorfeld stark betonte „maßgeschneiderte Handlung“ sich gar nicht so stark unterscheidet und die vielen Wahlfreiheiten eigentlich nur wenig Einfluss auf den eigentlichen Verlauf der Handlung hat. Das ist allerdings ein Problem, das viele Spiele dieser Sorte haben und es fällt erst auch dann negativ ins Gewicht, wenn man eine Staffel nach Fertigstellung direkt noch einmal durchspielt.

Durch den visuellen Filter „Graphics Black“ wird das Bild nicht nur deutlich dunkler und farbloser, er dient auch der Atmosphäre
Durch den visuellen Filter „Graphics Black“ wird das Bild nicht nur deutlich dunkler und farbloser, er dient auch der Atmosphäre

Trotzdem: Wer eher auf Action und Herausforderungen steht, ist bei „The Walking Dead: The Telltale Definitive Series“ an der falschen Stelle. Der Fokus der Spiele liegt voll und ganz auf der Handlung und den Charakteren. Allen voran Clemetine, die in der ersten Staffel noch ein kleines Kind ist, im Laufe der Reihe aber zu einer jungen Frau heranwächst und dann vor ganz neuen Herausforderungen inmitten der Zombie-Apokalypse steht. Großes Lob muss an dieser Stelle auch noch an die englischsprachigen Synchronsprecher ausgesprochen werden, die ihren Figuren Leben einhauchen und dafür sorgen, dass man gefesselt vor dem Bildschirm klebt und mit ihnen mitfiebert und -fühlt.

Der Musikplayer lässt sich direkt vom Hauptmenü des Spiels aufrufen und bietet über 40 Stücke aus allen Staffeln.
Der Musikplayer lässt sich direkt vom Hauptmenü des Spiels aufrufen und bietet über 40 Stücke aus allen Staffeln.

Fazit

„The Walking Dead: The Telltale Definitive Series“ richtet sich an zwei Zielgruppen: An Hardcore-Fans, die die Reihe lieben und sie noch einmal mit Bonusmaterial und dem neuen Grafikstil erleben wollen sowie an Neueinsteiger, die mit der Sammlung ein Komplettpaket mit allen jemals veröffentlichten Inhalten kriegen. Und beide Gruppen kommen mit der Sammlung voll auf ihre Kosten, obgleich bekannte Gamepleayschwächen auch in der „definitiven“ Fassung vorhanden sind. Ein Grafikupgrade abseits des „Graphic Black“ getauften Filters wäre wünschenswert gewesen, auf den Spielspaß wirken sich die teils niedrig aufgelösten und verwaschenen Texturen erster Staffeln jedoch nicht aus. Obendrauf bietet die Sammlung eine schier endlose Fülle an Bonusmaterial, das jedes Fanherz höher schlagen lässt.

Wir haben „The Walking Dead: The Telltale Definitive Series“ auf einer PS4 Pro getestet.

The Walking Dead: The Telltale Definitive Series jetzt bei Amazon.de bestellen

Skybound, LLC
Skybound, LLC
Skybound, LLC

ÄHNLICHE KRITIKEN

Control (PS4, Xbox One, PC)

Das neueste Spiel von Remedy Entertainment überzeugt mit einem ausgefallenen Design und einer packenden Story, zeigt aber auch Gameplay-Schwächen, die...

Resident Evil 2 (PS4, Xbox One, PC)

Zum 21. Geburtstag bekommt „Resident Evil 2“ eine Frischzellenkur und kehrt als generalüberholte Fassung auf aktuelle Konsolen und den PC...

Just Cause 4 (PS4, Xbox One, PC)

Brachiale Action ohne Verschnaufpause auf der einen und eintönige Nebenmissionen auf der anderen Seite. Wie sich „Just Cause 4“ schlägt,...


ÄHNLICHE ARTIKEL

Retro-Games kostenlos im Browser zocken: archive.org veröffentlicht mehr als 2.500 Spieleklassiker

Ihr steht auf alte DOS-Klassiker und möchtet diese gerne kostenlos zocken? Dann hat archive.org genau das Richtige für euch.

Angebote im PlayStation Store: Großer Halloween-Sale mit vielen Schnäppchen ist live

Im PlayStation Store von Sony gibt es regelmäßig Games zum Schnäppchen-Preis. Wir listen hier für euch die besten Deals und Angebote auf.

Google Stadia: Wir wissen jetzt, wann der Streaming-Dienst für Spiele offiziell startet

Bald startet Googles Cloud-Gaming-Service Google Stadia. Hier haben wir alle wichtigen Infos für euch zusammengefasst und verraten euch auch, welche technischen Voraussetzungen für frustfreies Zocken erfüllt sein müssen.

teilen
twittern
mailen
teilen
PlayStation 5: Erscheint Ende 2020 und bekommt einen neuen Controller

Die PlayStation 4 von Sony kam zwar bereits im November 2013 auf den Markt, ein Ende der aktuellen Konsolengeneration ist so schnell aber noch nicht in Sicht. Im September 2016 wurde die PlayStation 4 in einer kompakten Slim-Variante generalüberholt und mit der PlayStation 4 Pro gibt es seit November 2016 einen leistungsfähigeren Ableger der PS4, der vor allem eine bessere Grafik und höhere Leistung verspricht. Die PS4 Pro richtet sich vor allem an Spieler mit einem 4K-Fernseher. Update vom 08. Oktober 2019 In einem ausführlichen Blog-Eintrag hat Sony weitere konkrete Details zur PS5 genannt. So wird die nächste Konsole offiziell…
Weiterlesen
Zur Startseite