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Saitenhieb: Dial H For Hetfield

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Liebe Rocker!

als sich der Heavy Metal Ende der Siebziger Jahre aus dem Untergrund quälte, waren viele Entwicklungen nicht vorherzusehen. Zum Beispiel die eines kleinen Geräts in Form einer Tafel Schokolade, mit dem sich nicht nur Vampire ausrotten und Bahnfahrkarten bestellen lassen, sondern auch noch telefoniert werden kann. Von überall aus nach überall hin.

Vor Jahren entdeckte das deutsche Kommerzfernsehen den praktischen Nutzen der Mobiltelefone und möllerte ein gutes Dutzend Castingshows ins Programm, in deren Rahmen die Zuschauer per Tastendruck für ihren Favoriten abstimmen konnten. Gegen Gebühr, versteht sich. Logisch, dass es nicht lange dauerte, bis diese Entwicklung auch in die Metal-Szene schwappte. Und noch weniger überraschend, dass es ausgerechnet ­Metallica waren, die noch ein paar Extra-Dollars witterten. „Metallica by request“, heißt das Spektakel, das im Sommer 2014 erstmals auch auf einer hiesigen Bühne zelebriert wurde. Der Mob durfte im Vorfeld im Internet über die Stücke abstimmen, die Metallica am Konzerttag spielen würden. Die Herrschaft des Volkes über den Rock-Star, wenn man so will. Aber das ist natürlich nur finstere Verbrauchertäuschung.

Das Ergebnis dieser Setlist-Abstimmungen hätte jeder Grundschüler vorhersagen können: Es gewannen die Songs, die sowieso jedes Mal gespielt werden, weil sie den breiten Konsens darstellen. Metallica grinsten sich eins und sackten die Gebühren ein. Aber damit noch nicht genug: Am Tag des Gigs wurde unter großem Theaterdonner verkündet, dass ein Platz auf der Setlist noch unbesetzt sei und dieser am gleichen Abend besetzt werden könne, nein, müsse! Die Band stellte drei (sattsam bekannte) Nummern vor, unter denen das Zahlvieh via Smartphone wählen konnte. Während ­Metallica von Teilen des Publikums fast religiös verehrte Songs wie ‘Master Of Puppets’ oder ‘Creeping Death’ zockten, erschienen auf den Leinwänden die Voting-Aufrufe für den bescheuerten letzten Song. Und James ­Hetfield, einst der fleischgewordene Mittelfinger gegen alles und jeden, war sich nicht zu blöd, in seinen Ansagen auch noch ununterbrochen auf den Marketing­gag hinzuweisen. Fehlte nur noch Walter Freiwald im Glitzer­jackett, der dem glücklichen Gewinner eine Mikrowelle verspricht.


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Gitarrist Gary Holt spricht sich für Babymetal aus

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