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Slipknot & System Of A Down: Turm und Drang

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Das komplette Special über IOWA von Slipknot und TOXICITY von System, Of A Down findet ihr in der METAL HAMMER-Maiausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

Ende der Neunziger- und Anfang der Nuller Jahre erlebte Nu Metal seinen Höhepunkt. In den Charts, Radiowellen und Clubs wimmelte es nur so von Bands wie Limp Bizkit, Korn, Crazy Town, Linkin Park, Deftones, Disturbed, Mudvayne, Papa Roach, Evanescence, (hed)p.e., Alien Ant Farm oder P.O.D. Sogar Machine Head versuchten sich auf THE BURNING RED an bouncenden Rhythmen und schüttelten – Steinigung incoming – mit ‘From This Day’ einen ihrer besten Songs überhaupt aus dem Ärmel. Auf dieser Welle surften auch zwei Formationen, die – wenn man genau hinsieht – dem Genre gar nicht hundertprozentig zuzuordnen waren. Den 1998 und 1999 veröffentlichten Band-betitelten Debütwerken von System Of A Down und Slipknot steht das Etikett noch am ehesten. Doch was beide Gruppen als Nächstes anstellen sollten, sprengte die Grenzen der sowieso schon recht umfassenden Schublade.

Nachdem beide Bands mit ihren ersten Scheiben einerseits mit eigenwilligen Tracks wie ‘Suite-Pee’, ‘Sugar’ oder ‘Spiders’ eine einzigartige Duftmarke in der Szene hinterlassen hatten und andererseits dank unbändiger Aggressivität kombiniert mit süffiger Eingängigkeit (‘Wait And Bleed’) zum „next big thing“ avanciert waren, galt es, nachzulegen. Auf zweiten Studioalben muss man sich als Musiker beweisen und den Triumph des Erstlings mindestens wiederholen. Insofern dürften sowohl der Henkersknoten aus der Pampa des Mittleren Westens als auch die Kalifornier mit armenischen Wurzeln durchaus Druck auf dem Kessel verspürt haben, womit die zwei Kapellen unterschiedlich umgingen.

Zeichen der Ablehnung

Bei Slipknot geriet das Band-Klima in Schieflage, weswegen die Arbeiten an IOWA oft auch als dunkelste Zeit der Karriere der Metaller beschrieben werden. „Definitiv“, pflichtet Frontmann Corey Taylor in einem Gespräch mit Loudwire bei. „Das war nicht unbedingt, weil wir uns entfremdeten. Wir waren in chemischer Hinsicht alle einfach sehr unausgeglichen. Um es freundlich auszudrücken: Wir haben uns alle abgeschossen. Wir waren noch Kinder, die plötzlich berühmt waren und wurden zu jedem Klischee, das wir hassten. Bis wir einen Plattenvertrag ergattert hatten und rausgehen und Konzerte spielen konnten, haben wir jedes Klischee bekämpft.

Doch aus heiterem Himmel hatten wir alles. Wir hatten ein Doppelplatin-Album, waren eine der größten Metal-Bands auf der Welt und spielten als Headliner, weil niemand uns als Opener für sich wollte. Und wir machten eine Platte, die sehnsüchtig erwartet wurde. Also fingen wir einfach an, uns volllaufen zu lassen. Denn wir kamen aus Iowa und waren verrückte Leute. Auf eine Art war es eine Stolperfalle, in die wir tappten – und dann versuchten wir irgendwie langsam, aber sicher, uns selbst herauszuziehen. Manchmal ist das schwer, besonders, wenn man so krass zulangt wie wir. Wir hatten hart gearbeitet, spielten hart, waren einfach irre hart.“

Dagegen!

Perkussionist M. Shawn „Clown“ Crahan brachte es im METAL HAMMER-Interview wie folgt auf den Punkt: „Es war eine Art Selbstfindungsprozess – und verdammt schwierig. Drogen, Frauen, Geld, Ruhm, Ego – es war alles da. Alles, was wir ursprünglich wollten und nicht wollten, passierte in demselben Moment für diese kleine Band aus Des Moines, Iowa.“ Überdies hatte jeder Maskenmetaller sein eigenes Päckchen zu tragen – bei Taylor zum Bei­spiel lief es privat eigenen Angaben zufolge zu jenem Zeitpunkt nicht rund, und Crahan schlug sich mit Angstzuständen herum. All dieses Unbehagen schlug sich massiv auf die Stimmung innerhalb von Slipknot nieder.

„Die gigan­tische Überschrift dieses Albums lautete: Dagegen!“, ordnete Shawn weiter ein. „Das bezog sich nicht nur auf die Außenwelt, sondern auch die Band-Mitglieder untereinander. Es gab Musiker, die sich in totale Isolation begaben oder schlicht nicht mehr miteinander redeten. Aus dieser Gemengelage entwickelte sich eine Kunstform, die nur uns gehörte und in die kein Außenstehender eingeladen war. Das macht IOWA aus heutiger Sicht für meine Person sehr attraktiv.“

Was der Keim für diesen dunklen Sound war, wie groß der Einfluss von Produzent Ross Robinson war und was System Of A Down bei der Produktion zu TOXICITY durchlebten, lest ihr in der METAL HAMMER-Maiausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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