Exklusive Judas Priest Vinyl mit dem Metal Hammer 03/24

All That Remains THE ORDER OF THINGS

Metalcore, Razor & Tie/RTD 12 Songs / VÖ: 27.2.

3.0/ 7
teilen
twittern
mailen
teilen
von

Manchmal sollte man einfach gehen, wenn’s am schönsten ist. Ja, dieser schnöde Spruch hat noch keinem Party-Gänger ein Lächeln abgerungen. Nur wird die Luft für All That Remains langsam dünn – wie wollen sie sich noch mehr aus den selbst gesetzten Grenzen des Metalcore rausholen?

Die einfachste Lösung: der sanften Seite mehr Vorrang gewähren. So klingt die Band aus Springfield nicht erst mit THE ­ORDER OF THINGS glattgebügelt, schunkelig und irgendwie putzig. Dass Schmusetier Philip Labonte gleich im Opener ‘This Probably Won’t End Well’ „I’m not gonna let the emotions take over“ singt, ist vielleicht nicht die knalligste Idee. Ihr siebtes Album wirkt lieblos hingeworfen; dröge, ziellos, abgekämpft. All That Remains bemühen sich, noch mehr dem Stadion-Rock zu verfallen. ‘For You’ spricht Bände, siecht dahin wie ein Marshmallow in heißem Kakao.

Okay, ‘No Knock’ ist ein Crowbar-Ungetüm, und die Gitarristen gehören ohnehin insgeheim zu Killswitch Engage. An der Saitenfront gibt es wieder nichts auszusetzen – höchstens, dass sie erneut zu makellos klingt. Aber: Aufregend ist anders. Wenn All That Remains dann noch im vorletzten Song von ‘Tru-Kvlt-Metal’ sprechen, wird’s pietätlos. Sorry, diese Party ist vorbei.

Vincent Grundke

—————————————————————————————————————

Es ist bedauerlich, dass im Vorfeld eines neuen Albums von All That Remains regelmäßig andere Dinge im Mittelpunkt stehen als die Musik. Aktuell sind dies fragwürdige Aussagen von Phil Labonte bezüglich der Schwulenbewegung (die Diskussion kam erst nach dem Interview in dieser Ausgabe auf). Gut möglich, dass das Promotion-Zwecken dient; es lenkt aber den Fokus von der Musik weg – und die ist um einiges griffiger und kantiger ausgefallen, als das zu befürchten war (da hat Labonte mal recht).

Phasenweise fühlt man sich sogar an die harten Glanzzeiten der Band erinnert (alles bis 2006 und THE FALL OF IDEALS): ‘No Knock’, ‘Pernicious’, ‘A Reason For Me To Fight’, ‘Bite My Tongue’ oder ‘Tru-Kvlt-Metal’ rütteln musikalisch sehr ordentlich. Ansonsten greift bei THE ORDER OF THINGS eigentlich eher die Bezeichnung Modern ­Metal. An ‘Divide’ werden Bullet For My Valentine-Fans Freude haben, die Ballade ‘For You’ ist bestes Radiofutter, und ‘Fiat Empire’ könnte bezüglich der Grundidee auch von Breaking Benjamin stammen.

Nicht jeder Moment glänzt, aber der Spagat zwischen Stadion und Untergrund ist All That Remains definitiv besser gelungen als auf dem mauen und oftmals schwachbrüstigen Vorgänger A WAR YOU CANNOT WIN (2012). Das Songwriting von All That Remains ist in diversen Kategorien hochwertig, die Soli sind schön traditionell konzipiert. Zudem besitzt Labonte sowohl in den harschen als auch melodischen Passagen außerordentliches Charisma. Zumindest, wenn er ins Mikro singt anstatt spricht. (5/7)

Matthias Weckmann


ÄHNLICHE KRITIKEN

Any Given Day :: EVERLASTING

Beartooth :: AGGRESSIVE

Atreyu :: Long Live


ÄHNLICHE ARTIKEL

Gründungsgitarrist Ben Bruce verlässt Asking Alexandria

Für Fans der britischen Metalcore-Giganten Asking Alexandria wird der Ausstieg von Gründer Ben Bruce ein ziemlicher Schock sein. Seine Motivation ist allerdings durchaus nachvollziehbar.

Beartooth: Caleb Shomo redet über Besetzung und neues Album

Wenn die ganze Musik von einem selbst kommt, ist es schwierig; eine Band zum Touren zu finden. Caleb Shomo erläutert, warum, und erzählt vom neuen Album.

In Flames: FOREGONE feiert gigantische Charterfolge

Mit FOREGONE erobern In Flames den Chart-Thron - nicht nur in ihrer Heimat Schweden, sondern auch etlichen anderen Ländern.

teilen
twittern
mailen
teilen
Gründungsgitarrist Ben Bruce verlässt Asking Alexandria

Die Familie kommt zu kurz Ben Bruce, der Gründer und Gitarrist der britischen Metalcore-Band Asking Alexandria, hat überraschend die Band verlassen. Bruce erklärte in einer Mitteilung, dass er mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte und nicht mehr bereit ist, sein persönliches Leben zugunsten Band-bezogener Aktivitäten zu vernachlässigen. Bruce gründete Asking Alexandria im Jahr 2006 und hat bei allem mitgewirkt, was die Band bis zum heutigen Tag veröffentlicht hat. Der Rest der Band hat sich noch nicht zu diesem drastischen Schritt des Musikers geäußert – was die Entwicklung also für die Zukunft von Asking Alexandria bedeutet, ist noch unklar. Es…
Weiterlesen
Zur Startseite