Nicht wenige Fans werden sich gefragt haben, wie das Bay Area-Flaggschiff nach dem Rauswurf von Rob Dukes und der Wiedereinstellung von Steve „Zetro“ Souza klingen würde. Wieder wie vor 25 Jahren? Genauso wie auf dem letzten Album, nur mit einem anderen Sänger? Ganz anders?
Nun ja, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. BLOOD IN, BLOOD OUT startet mit einem typischen Exodus-Gag. Die derben Industrial-Töne von Dan The Automator (unter anderem bei Gorillaz) gehen ganz plötzlich in ‘Black 13’ über, ein feines Riff-Monster mit diversen Kapriolen des Gitarrenduos Gary Holt/Lee Altus. Diese beiden toben sich auch beim Titelstück, in ‘Collateral Damage’, ‘Salt The Wound’ (hier steuert Originalgitarrist Kirk Hammett zum ersten Mal ein Solo auf einer offiziellen Exodus-Veröffentlichung bei) oder ‘Food For The Worms’ aus. Und auch Zetro hat scheinbar alle Freiheiten bekommen, sein fieses Gekrähe einzusetzen.
Aber speziell im zweiten Teil des Albums ist deutlich zu hören, dass auch die EXHIBIT-Phase nicht spurlos an der Band vorbeigegangen ist. Die Stücke werden länger, langsamer, und auch ein wenig experimenteller. Als Beispiele seien das sehr eingängige ‘BTK’ (mit Gastgesang von Testament-Frontmann Chuck Billy) oder das fast schon swingende ‘My Last Nerve’ genannt. Unter dem Strich ein starkes, aber nicht alles überragendes Album.
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