Im Studioreport in der letzten Ausgabe ist es bereits angeklungen: OF GHOSTS AND GODS macht das Dutzend voll – die kanadischen Death Metal-Veteranen Kataklysm veröffentlichen ihr zwölftes Album.
Jenes zeigt die Band von einer verhältnismäßig ungewohnten Seite: Nicht nur, dass Kataklysm für jeden einzelnen Song ein Video angefertigt haben, um für einen multimedialen Overkill zu sorgen – sie haben mit OF GHOSTS AND GODS auch ein äußerst kompaktes, vielschichtiges Album erschaffen, das in erster Linie als Gesamtwerk funktioniert. Keine offensichtlichen Single-Hits wie ‘Prevail’, ‘Crippled And Broken’ oder ‘In Shadows & Dust’, sondern aufgeräumt wirkende, breit angelegte Kompositionen, die es hervorragend schaffen, den Drahtseilakt zu vollziehen, bei aller melodischer Eingängigkeit die nötige Grundhärte im Sound nicht zu vernachlässigen.
So stehen epische Death Metal-Nummern wie ‘The Black Sheep’, das mit elegisch-verträumten Leads überrascht, gleichberechtigt neben hartem Stoff wie dem coolen ‘Soul Destroyer’ (Pflicht im Liveset!) oder dem mit Stakkato-Riffing nicht geizenden ‘Hate Spirit’. Insgesamt gilt jedoch, dass OF GHOSTS AND GODS vom Hörer erschlossen werden will – bei jedem Durchlauf vermag es neue Details zu offenbaren, die sich nach und nach zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen. Hier mal eine kleine Überraschung wie das Pantera-Gedächtnis-Riff am Anfang von ‘Thy Serpents Tongue’, dort melodische Hymnenhaftigkeit wie in ‘Vindication’, gefühlvolle Leads wie in ‘Carrying Crosses’ oder der coole Basssolo-Spot in ‘Hate Spirit’ – das Album überrascht mit einem Facetten-Reichtum, der sogar die sonst nicht immer zwingend Death Metal-affinen Soundcheck-Kollegen quasi überrollt hat.
OF GHOSTS AND GODS ist Kataklysms im positiven Sinne reifste und durchdachteste Scheibe in ihrer fast 25 Jahre andauernden Karriere. Wer hätte das von einer Band gedacht, die sich bereits zu „Northern Hyperblast“-Zeiten quergestellt hat und lieber eigene Wege erkundete, anstatt Trends aus den USA oder Schweden hinterherzuhecheln? Und das ist am Ende des Tages deutlich wichtiger als Merchandise-Ideen wie Bier oder Grillsauce, die zwar ein nettes Gimmick sind, aber bei Weitem nicht die Halbwertzeit eines Albums wie OF GHOSTS AND GODS erreichen. Und genau das macht die kanadischen Kanonenschläge zu unseren verdienten Soundcheck-Siegern!
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