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Nocte Obducta SEQUENZEN EINER WANDERUNG Review

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„Ende“ fällt als erstes Wort gleich zu Beginn. Das ist typisch ungewöhnlich – wie Nocte Obducta es immer waren – aber auch die Quintessenz von SEQUENZEN EINER WANDERUNG, denn Nocte Obducta verabschieden sich damit endgültig von der Bildfläche, nachdem sie sich bereits 2006 offiziell aufgelöst hatten.

Die Mitglieder sind mittlerweile auf die Bands Agrypnie, Uranus und Melkor verteilt. In den elf Jahren ihrer Existenz hinterließen Nocte Obducta tiefe Spuren. Ganz gleich, ob man sie nun mochte oder nicht: Die Gruppe ließ sich nie in einen Käfig sperren, kämpfte gegen Normen und pfiff auf einengende Erwartungshaltungen von Seiten der Presse und Fans.

Die Deutschen wurden stets als Black Metal bezeichnet, aber stilistische Definitionsversuche waren Nebensache, denn ihre sechs Alben unterschieden sich extrem voneinander und provozierten durch eigenwillige Musik und abgefahrene Texte – was es es schwer machte, einen größeren Fankreis aufzubauen.

SEQUENZEN EINER WANDERUNG enthält lediglich zwei unbetitelte, über 20-minütige Songs, die überwiegend instrumental komponiert sind und sozusagen den perfekten Soundtrack zum Abgesang von Nocte Obducta bilden. Bedrohliche Melodiebögen und eine getragene, unheimliche, fast schon entspannte Atmosphäre mit wenig metallischen Elementen dominieren das erste Stück.

Die wenigen, aber effizienten Sprach-Samples unterstützen die Wirkung. Das zweite Lied ist wesentlich verstörender, Break-lastiger, und in der Schlussphase gibt es härtetechnisch ordentlich was auf die Glocke. Cool.

Detlef Dengler

Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Januar-Ausgabe des METAL HAMMER.


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