Kritik zu SAW V Horror

SAW V Horror

Kinowelt 15.01.2009

4.0/ 7
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Foto: Kinowelt

Vor vier Jahren sorgte SAW I für hitzige Diskussionen unter Kinofans: Meilenstein im Horrorgenre oder perverse Gewaltorgie? Auch dank dieser Kontroverse erlangte die SAW-Reihe unglaubliche Bekanntheit. Mittlerweile ist das SAW-Franchise die erfolgreichste Horror-Reihe der Welt – noch vor FREITAG DER 13. Und solange diese Lizenz zum Gelddrucken noch ein paar Euro ausspuckt, wird die SAW-Kuh ohne Rücksicht auf Verluste weiter gemolken. Pünktlich zu Halloween landet in den USA alljährlich ein neuer Ableger der Serie auf den Leinwänden. Nun geht das Kapitel SAW in Runde V.

Vollzeitbösewicht Jigsaw (Tobin Bell) hat längst das Zeitliche gesegnet, dennoch gehen die Morde munter weiter. Der Psycho hat einen Lehrling ausgebildet: FBI-Agent Mark Hoffmann (Costas Mandylor). Jigsaws Erbe hält fünf Menschen gefangen, die eine Reihe grausamer Spiele meistern müssen, um zu überleben. Nur Hoffmanns Kollege Peter Strahm (Scott Patterson) ahnt von dem grausamen Treiben. Zwischen den beiden Cops entwickelt sich ein Katz- und Mausspiel.

Obwohl Jigsaw bereits in Teil 3 den Löffel abgab, taucht der charismatische Killer natürlich auch in SAW V auf. In unzähligen Rückblenden zeigt der Film, wie er Hoffmann seine kruden Moralvorstellungen eintrichtert. Aber so sehr diese Flashbacks ein Markenzeichen von SAW sind, so sehr sorgen sie auch für Verwirrung und verwässern den Story-Fluß. Eine Rückblende in einer Rückblende ist ein Unding und ohne genaueste Kenntnis der ersten vier Teile steigt ohnehin kein Zuschauer mehr durch. Die vielen Handlungsstränge wirken inzwischen notdürftig zusammengeschustert. Genauso überflüssig ist das pseudo-philosophische Geschwätz von Jigsaw, der auf Hannibal Lecter für Arme macht und versucht, seine Taten zu rechtfertigen.

Abseits davon tischt SAW V eine langweilige “Cop jagt Killer“-Detektivgeschichte ohne jegliche Höhepunkte auf. Für SAW-Fans bleibt also nur die Hoffnung auf die typisch-perversen Todesfallen. Doch auch hier könnten Fans enttäuscht sein: stark an SAW II angelehnt, kämpfen sich fünf Menschen in einem “Schlachthaus“ durch mehrere Ebenen voller Fallen. Dabei wurden die “Gore“-Anteile allerdings deutlich zurückgeschraubt. Nur zu Beginn und am Ende des Films spritzt der rote Lebenssaft so richtig. Das Sterben geht meist kurz und schmerzlos über die Bühne. Von den kreativ-kranken Kunstwerken früherer Teile sind die Fallen in SAW V weit entfernt – was den Film natürlich nicht zum Kindergeburtstag macht.

Fans der Reihe sollten ihren Spaß an SAW V haben: einige Fragen werden beantwortet, neue aufgeworfen und der typische SAW-Stil – inklusive Story-Twist zum Ende des Films – verursacht immer noch schaurige Schockmomente.


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