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Scar The Martyr Scar The Martyr

Industrial Metal, Roadrunner/Warner 14 Songs

5.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

„Hurra! Endlich noch ein Slipknot-Nebenprojekt!“ – könnte man sarkastisch ausrufen, wenn man sich das Arsenal an Projekten in Erinnerung ruft, die im Lauf der Jahre aus der (einst) neunköpfigen Rasselbande hervorgegangen sind. Allerdings sollte man auch bedenken, dass nicht nur Nippes unterwegs war (Stone Sour, jemand?). Nach den Murderdolls biegt Joey Jordison nun mit Scar The Martyr um den Drum-Hocker und lebt seine Vorliebe für elektronisch beeinflussten, modernen Rock aus.

Mit Produzent Rhys Fulber (unter anderem Fear Factory, Rob Zombie), Gitarrist Jed Simon (Strapping Young Lad), Bassist Kyle Konkiel (In This Moment) oder dem Elektroniker Joey Blush an den Keyboards hat er entsprechendes Fachpersonal verpflichtet. Teilweise überschreitet das Debüt SCAR THE MARTYR auch die Grenzen zum Gothic Rock. HIM-Fans könnten hier partiell ebenso neugierig aufhorchen wie Anhänger von Stabbing Westward, Orgy oder früher Filter. Dazu passt, dass Frontmann Henry Derek Bonner (auch Blood Promise) eine durchaus poppige Stimme sein eigen nennt, die des Öfteren von harscheren Stimmbandattacken flankiert wird. Dieser Mix gefällt, zumal Jordison nicht verlernt hat, groovig-effektive Riffs und Rhythmen miteinander zu paaren.

Manchmal übertreiben es Scar The Martyr allerdings mit der Eingängigkeit: ‘My Retribution’ ist mir ebenso wie ‘Cruel Ocean’ oder ‘Never Forgive Never Forget’ in Teilen zu bräsig. Song-dienlich ist ja schön und gut, aber es sollte schon noch leidenschaftlich wirken und nicht abgeschmackt. Was bleibt, ist ein unterhaltsames Nebenprojekt mit kleineren Schwächen in einer Spielart, die heutzutage nicht mehr allzu oft anzutreffen ist und dementsprechend eine andere Geschmacksrichtung bedient. Angenehme Abwechslung.


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