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Soilwork The Living Infinite

Melodic Death Metal, Nuclear Blast/Warner 20 Songs / 84:22 Min. / 08.03.2013

6.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

Während ihre einstigen (Sound-)Kollegen von In Flames jedes Jahr an Popularität dazugewinnen und immer größer werden, ging es für Soilwork in den letzten Jahren spürbar nach unten auf der Erfolgsleiter. Ob ein Doppelalbum hilfreich ist, um das Ruder herumzureißen, ist mit Skepsis zu betrachten. Umso erstaunlicher mutet die Tatsache an, dass sich die Schweden einen Scheiß um alles scheren und munter drauflosmusizieren.

Bereits der Opener ‘Spectrum Of Eternity’ glänzt als fulminanter Beginn mit infernalischer Härte und ordentlich Blast-Passagen. Den harten Stücken stehen einige elegische Nummern wie das sehr abwechslungsreiche ‘Tongue’ gegenüber. Insgesamt befinden sich auf CD eins viele schnelle Songs, die echte melodische Göteborg-Härte atmen. Eine Sache hat im Hause ­Soilwork nach wie vor Bestand: Björn „Speed“ Strid ist ein guter Sänger, vielmehr noch hat er aber  seit jeher ein gutes Händchen für hervorragende Gesangs-Arrangements, welche im Umkehrschluss die Hooklines bilden.

Das Titelstück ist in zwei Parts aufgesplittet. Der erste Teil ist eher midtempo bis langsam und melodisch. Ebenso gestaltet sich auch der zweite Teil, der insgesamt aber noch einen leichten Hauch mehr an Härte und Aggressivität vorweist. Repräsentativ für das gesamte Werk sind die „beiden“ Titelstücke aber nicht. CD zwei startet mit dem düster-apokalyptischen Instrumental ‘Entering Aeons’, das synonym für die zweite Hälfte des Albums steht, welche insgesamt weniger aggressiv und deutlich melodiöser klingt. Allerdings gibt es mit ‘Leech’ auch eine schnelle und harte Nummer zu finden.

Natürlich könnte man gewinnbringend argumentieren, dass ein Album mit zwölf Stücken gereicht hätte, aber bei den insgesamt zwanzig THE LIVING INFINITE-Songs gibt es keinen richtigen Ausfall und auch nur zwei bis drei „solide“ Nummern. Der Rest ist hohe Kompositionskunst, obwohl die zweite Scheibe im Vergleich zur ersten abfällt. Alles in allem ein starkes „Wir sind immer noch am Leben“-Ausrufezeichen der Helsingborger.

Dass die Burschen „quasi aus dem Nichts heraus“ hiermit auch den weltberühmten METAL HAMMER-Soundcheck mit einem mehr als beachtlichen Schnitt von 5,13 für sich entscheiden und dabei Favoriten wie Long Distance Calling, Saxon oder Pothead auf die Plätze verweisen, grenzt schon an eine Sensation. Fazit: Qualität setzt sich eben nach wie vor durch. Wenn das kein Grund zum Jubeln ist.

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