Zum Welttag der Wälder: 5 Songs über die grünen Riesen

von
teilen
twittern
mailen
teilen

Es gibt einen erschütternden Grund, weshalb der Mensch den Wald mit einem eigenen Tag würdigt: Er zerstört ihn. Allein zwischen 1990 und 2015 wurden 239 Millionen Hektar Naturwälder vernichtet. Das entspricht knapp 334.733.894 Fußballfeldern, also einer Fläche, die mehr als 6,5-mal so groß wie Deutschland ist. Dabei handelt es sich nicht nur, aber vor allem um tropische Wälder. Mit ihnen schwindet die Artenvielfalt, Tiere verlieren ihre Lebensgrundlage und sterben aus. Wofür? Der Mensch meint, die Flächen zu brauchen, um Platz für Äcker, Rinderweiden und Plantagen zu schaffen, um Bodenschätze auszubeuten, Tropenholz für Möbel zu beschaffen und Großstaudämme zur Energiegewinnung zu bauen.

Als Reaktion auf die globale Waldvernichtung wurde der Tag des Waldes bereits 1971 ins Leben gerufen, vor neun Jahren erhielt er internationalen Status. Folgende fünf Songs sind ihnen, den grünen Riesen, gewidmet.

The Beatles: Norwegian Wood

Wer auf der Suche nach der einflussreichsten Band der Popgeschichte ist, kommt an einer nicht vorbei: The Beatles. Zweifellos beeinflussten sie zahlreiche Musikschaffende der Vergangenheit – und tun dies noch immer. Die Pilzköpfe legten das kreative Fundament vieler Musikrichtungen, an die damals sonst noch niemand dachte. Einige Beispiele: Zwei Jahre bevor Black Sabbath überhaupt ihr Debüt veröffentlichten, erschien der Beatles-Song ‘Helter Skelter’, der damals wie heute dem Proto-Metal zugeordnet wird. Und als 1970 ‘Revolution’ auf THE BEATLES (allgemein bekannt als: THE WHITE ALBUM) erschien, gingen zahlreiche Beschwerden ob eines vermeintlichen Produktionsfehlers ein – vor lauter Distortion. Auch auf ABBEY ROAD (1969) findet sich ein Song – ‘I Want You (She’s So Heavy)’ –, der in Fan-Kreisen als einer der ersten Doom-Songs verstanden wird.

Und dann war da noch die „Beatlemania“: Das Gekreische ihrer Fans konnte locker mit dem späterer Take-That-Anhängerinnen mithalten. John Lennon meinte einmal, seine Band sei „populärer als Jesus“. Darauf ein Amen. All dies ist Grund genug, vorliegenden Beitrag mit ‘Norwegian Wood’ zu beginnen.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Gojira: In The Forest

„Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen, so hart und spartanisch leben, dass alles, was nicht Leben war, in die Flucht geschlagen wurde.“ In seinem Werk „Walden oder Leben in den Wäldern“ beschrieb Henry David Thoreau seine Zeit an einem See namens Walden, verborgen zwischen alten Bäumen in Concord, Massachusetts. Schon 1845 kehrte er den Menschenmassen seinen Rücken, im Schutz des Waldes übte er sich in Meditation; Thoreau lebte einfach und machte sich frei. Paradoxerweise tun es ihm heute viele nach – im selbigen Wald suchen sie, zu Tausenden, nach Einsamkeit und Stille.

Auch Joe Duplantier, Rhythmusgitarrist und Sänger von Gojira, lebte für zwei Jahre in einer selbstgezimmerten Hütte mitten im Wald. Während dieser Zeit entstand das Material zu Gojiras erstem, 2001 erschienen Album TERRA INCOGNITA. Im letzten Track ‘In The Forest’ erkennt Duplantier: „I want to live in the forest forever/ The power of trees, I want to feel forever.“ Jene Verbundenheit zur Natur spiegelt sich im Übrigen in vielen weiteren Songs der Band wider. An dieser Stelle auf jeden Fall zu nennen sind ‘Global Warming’, ‘Ocean Planet’ sowie ‘Toxic Garbage Island’.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Pelican: The Woods

Viele zieht es in den Wald. Er gilt als Ort der Erholung, bietet die Möglichkeit, abzuschalten und einfach mal durchzuschnaufen. Besonders in Corona-gebeutelten Zeiten wandeln viele auf seinen Pfaden, erst aus Mangel an Möglichkeiten, heute vielleicht aus Freude an der Natur (in manchen Fällen auch umgekehrt). Der Wald tut gut. Das besagt auch die alte, japanische Tradition des Waldbadens. Gemeint ist das Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes, das Wahrnehmen der wankenden Wipfel, das Einsaugen des Dufts – zur Entspannung, zur Entschleunigung. Der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson stimmt dem zu und betont, dass wir genetisch dazu bestimmt seien, die Natur zu lieben. Manchmal scheinen wir Menschen diese Liebe doch zu vergessen.

Möglicherweise bewegen uns diese intensiven 13 Minuten dazu, uns an unseren Ursprung zu erinnern. Noch vor ihrem Debüt veröffentlichten Pelican aus Chicago, Illinois eine EP ohne Namen; darauf zu finden: ‘The Woods’.

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Opeth: Forest Of October

Nicht immer wirkten Wälder einladend auf den Menschen. Im Gegenteil: Manch knorriges Gehölz, manch düster-neblige Atmosphäre, trauernde Eichen oder eng stehende Nadelbäume jagen Furcht ein. Ja, noch im Mittelalter galt der Wald als unwirtlicher, mystischer Ort, in dem der Sage nach allerlei Kreaturen wohnten. Spult man die Zeit noch etwas weiter zurück, trifft man auf die Kelten, für die der Wald ein heiliger Ort darstellte. Bestimmte Bäume waren sogar Heim für Götter und Wesen. Auch schrieben sie vielen Baumarten bestimmte Charakteristika zu. Beispielsweise galten Eiben in der keltischen Kultur als Wächter zur Unterwelt, außerdem waren sie gleichzeitig Symbol für den Tod, als auch das ewige Leben.

In ihrem Song ‘Forest Of October’ bringen auch Opeth den Wald mit einer düsteren Thematik in Verbindung: Depressionen. Dort heißt es gleich zu Beginn: „The memories that now rests in this forest/ Forever shadowing the sunrise of my heart.“

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Testament: Greenhouse Effect

Der Wald spielt eine tragende Rolle in unser aller Leben: Er inspirierte zahlreiche Musikschaffende, Dichter sowie Künstlerinnen und wurde damit zu einem festen Bestandteil unserer Kulturgeschichte. Sein Grün spendet Erholung und begleitet einige sogar auf ihrem spirituellen Weg. Wälder versorgen uns mit Lebensmitteln – mehr als die Hälfte aller Früchte, Nüsse und Gewürze, die wir zu uns nehmen, wächst an Bäumen. Vor allem aber produzieren sie Sauerstoff und absorbieren pro Jahr rund zwei Milliarden Tonnen CO₂. Das Problem: Sobald man sie fällt, geben Bäume ihr gespeichertes CO₂ wieder ab – es kommt zu einem Temperaturanstieg auf unserem Planeten. Bereits im Jahr 1989 widmeten Testament dem Treibhauseffekt einen Song, ‘Greenhouse Effect’. Dort heißt es: „And they don’t even care if they…/ Seal the planet’s fate/ Crimes they perpetrate/ Wasting precious land/ It’s time to take a stand.“

Youtube Placeholder

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube
Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Weitere Highlights

teilen
twittern
mailen
teilen
Chuck Billy: Verwandtschaft auf seinem Soloalbum

In der Musikszene ist es nicht ungewöhnlich, dass miteinander verwandte Künstler in denselben Bands spielen. Das gemeinsame Aufwachsen sowie eine häufig ähnliche stilistische Sozialisation ist schließlich eine solide Basis für die Zusammenarbeit. Doch während Geschwister- und Vater-Sohn-Konstellationen in der Rock- und Metal-Szene häufiger zu finden sind, gibt es einige Verwandtschaftsverhältnisse, deren Existenz weniger bekannt ist, so wie bei Chuck Billy und Stephen Carpenter. Chuck Billy auf Solopfaden Wenig bekannt ist, dass Testament-Frontmann Chuck Billy der Cousin von Deftones-Gitarristen Stephen Carpenter ist. Das liegt vor allem daran, dass beide Seiten nicht unbedingt mit dieser Tatsache hausieren gehen. Das Verwandtschaftsverhältnis der beiden…
Weiterlesen
Zur Startseite