Es ist die rasante Verbindung aus Virtuosität, Dynamik, gelungenem Songwriting und produktionstechnischer Intensität, die auch das neue Rage-Opus STRINGS TO A WEB zu einem ausgeprägten Hörvergnügen macht. Klar, das aktuelle Line-up mit Sänger/Bassist Peavy Wagner, Gitarrist Victor Smolski und Schlagzeuger André Hilgers gehört bekanntlich zu den homogensten Besetzungen, die diese Band jemals gesehen hat.
Offenbar nervt kein Egotrip, kein gewagter Balanceakt aus Fusion-Attitüden und Power Metal, sondern überzeugt ein Trio, das sich intern einig ist und seinem Weltklassemusiker Smolski jene Freiheiten einräumt, die er für sein extravagantes Spiel braucht. Was unterscheidet STRINGS TO A WEB vom ebenfalls nicht gerade schwachbrüstigen Vorgänger?
Nun, das Songwriting ist noch etwas exquisiter und bei aller meisterlichen Komplexität konsequent durch packende Hooklines gekennzeichnet. Und die Produktion klingt um einiges stärker, da lebendiger (kleine Ausnahme: Hi-Hat und Becken sind generell einen Hauch zu laut geraten) als bei CARVED IN STONE (2008) oder SPEAK OF THE DEAD (2006).
Man kann also nur fasziniert sein von diesem Album, das in der Rage-Historie einen der vorderen Plätze einnehmen wird – schon allein wegen des fünfteiligen Epos’ ‘Empty Hollow’, bei dem Smolski seine gesamte kompositorische und handwerkliche Klasse in die Waagschale wirft.
Matthias Mineur
Diese und viele weitere Rezensionen gibt es in der Februar-Ausgabe des METAL HAMMER.