Glenn Tipton: Ein Rückblick zum 75. Geburtstag

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Glenn Tipton, der seit geraumer Zeit zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Gitarristen der Hard ’n‘ Heavy-Branche zählt, wird heute 75 Jahre alt. Bereits seit über 50 Jahren bereichert und prägt er die Entwicklung des Heavy Metal – insbesondere als Shredder der Genre-Größen Judas Priest.

Anfänge mit Judas Priest

Schon im Alter von 19 Jahren begann Glenn Raymond Tipton, sich dem Gitarrenspiel zu widmen, das vom leidenschaftlichen Hobby schnell zu seinem Beruf werden sollte. 1970 formierte sich seine erste Band Shave ‚Em Dry zusammen mit dem späteren Starfighters- und Ozzy Osbourne-Schlagzeuger Barry Scrannage, aus der daraufhin Merlin und später The Flying Hat Band wurde. Aufgrund von Management-Problemen löste sich die Band allerdings auf.

Während dieser Zeit war es Tipton jedoch möglich, sich als versierter Künstler in der Musik-Szene zu etablieren, der kurz darauf den Deal seines Lebens eingehen sollte. Während die seit 1969 aktiven Judas Priest an der Produktion ihrer Debütplatte ROCKA ROLLA (1974) arbeiteten, stieß Tipton als fünftes Mitglied und zweiter Lead-Gitarrist (neben K. K. Downing) zur Band.

Glenn Tipton haucht Heavy Metal ein

Obwohl Glenn Tipton bereits auf ROCKA ROLLA zu hören war, kam sein außergewöhnliches Talent an der Gitarre erst mit den Nachfolgern zum Tragen. Auf SAD WINGS OF DESTINY (1976) zeigte er deutlich mehr Virtuosität, insbesondere bei den Songs ‘Tyrant’, ‘Dreamer Deceiver’ und ‘Victim Of Changes’. Tipton wird überdies nachgesagt, dass er unter anderem dafür verantwortlich war, Judas Priest einen metallischeren Sound beizusteuern, während ROCKA ROLLA hauptsächlich aus Blues-Rock und psychedelischen Liedern bestand, die vom früheren Frontmann Al Atkins übrig geblieben waren. Schnell erweiterte er seinen „regulären Mitgliedsstatus“ neben Rob Halford zu einem der Haupt-Songwriter der Band.

Mit dem 1980 erschienenen BRITISH STEEL erfolgte der kommerzielle Durchbruch von Judas Priest und leitete gleichzeitig neben den Band-betitelten Alben von Angel Witch und Iron Maiden die Ära der New Wave of British Heavy Metal ein.

Der große Durchbruch

Das Kultalbum kombinierte den charakteristischen Heavy Metal-Sound der Band mit poppigen Song-Strukturen und Hooks. ‘United’ und ‘Breaking The Law’ zählen unterdessen zum essenziellen Priest-Repertoire. Mit ihren Folgealben POINT OF ENTRY (1981), SCREAMING FOR VENGEANCE (1982), DEFENDERS OF THE FAITH (1984), TURBO (1986) und RAM IT DOWN (1988) avancierten Judas Priest während der Achtziger zu weltweit gefeierten Superstars.

Insbesondere Glenn Tipton erhob sich zu den angesehensten Gitarrenkünstlern dieser Zeit. Vornehmlich erlangte er Bekanntheit für seine komplexen und dennoch klassisch geprägten Soli sowie seine einzigartige Technik. Viele seiner Soli sind schwer zu transkribieren, insbesondere, wenn es sich um Doppel-Lead-Gitarren-Trades mit K. K. Downing handelt. Im Gegensatz zu Downing tendieren Tiptons Soli zu einem melodischeren, legato gespielten Blues-Rock-Sound, der sich dennoch durch Präzision und Aggressivität auszeichnet.

Soloprojekt und Rob Halfords Rückkehr

Nach dem Riesenerfolg von PAINKILLER (1990) verließ Frontmann Rob Halford die Band 1992, was zur vollständigen Auflösung derselben führte. Tipton jedoch blieb während der Trennung nicht untätig und arbeitete tatkräftig an neuem Material für ein Soloprojekt, das er Mitte der Neunziger gründete und im Rahmen dessen er die Alben BAPTIZM OF FIRE (1997) und EDGE OF THE WORLD (2006) veröffentlichte.

1996 reformierten sich Judas Priest mit ihrem neuen Sänger Tim „Ripper“ Owens. Diese Konstellation brach die Alben JUGULATOR (1997) und DEMOLITION (2001) hervor. Der eher experimentelle Sound allerdings unterschied sich stark von der Band-typischen Charakteristik, die Judas Priest mit Rob Halford am Mikrofon innehatten. Erst 2003 kam es zur Wiedervereinigung mit Halford. Diese „dritte Ära“ wurde im Jahr 2005 offiziell mit der Veröffentlichung von ANGEL OF RETRIBUTION eingeleitet. NOSTRADAMUS (2008), REDEEMER OF SOULS (2014) und FIREPOWER (2018) knüpften nahtlos an den Erfolg ihrer Vorgänger an.

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Am 12. Februar 2018 gab Tipton seine Parkinson-Diagnose bekannt, die es ihm seither nur bedingt erlaubt, am Tour-Geschehen von Judas Priest teilzuhaben. Obwohl der Musiker zwar versicherte, weiterhin ein Mitglied der Band zu bleiben, bleibt unklar, inwiefern sich seine Beteiligung fortan gestalten wird.

Wir gratulieren Judas Priest zur diesjährigen Einführung in die Rock And Roll Hall Of Fame und heute ganz besonders Glenn Tipton zum 75. Geburtstag!

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