Kritik zu Giant X I

Giant X I

Hard Rock, Steamhammer/SPV 13 Songs / 46:37 Min.

4.0/ 7
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Foto: METAL HAMMER

Noch eine Band von Rock’n’Rolf? Das mag nach der Wiederauferstehung von Running Wild und diversen Lebenszeichen von Toxic Trace ein bisschen unübersichtlich wirken. Doch bei Giant X geht es explizit um die kreative Zusammenarbeit von Rolf Kasparek mit dem Gitarristen Peter J. Jordan, der seit 2005 auch zum Running Wild-Team gehört. Das Ergebnis klingt rock’n’rolliger, lockerer und bunter als das Mutterschiff, und das soll es auch.

Hier steckt mehr klassischer Hard Rock als Metal drin, allerdings kann Rolf seinen Stil nicht verbergen: Die Eröffnungsrunde ‘On A Blind Flight’ etwa bietet Doublebass und basische Metal-Riffs zu schnurgeraden Strophen vor hymnischem Refrain. Kennen wir irgendwoher, nicht wahr? Eben. Macht aber Spaß. Das gilt für ‘Don’t Quit Till Tomorrow’ mit seinen poppigen Chören oder auch das an knackigere Queen-Nummern erinnernde ‘Let’s Dance’. ‘Rough Ride’ greift sogar den ‘Bad Seamstress Blues’ von Cinderella auf. Manchmal wirkt das Songwriting jedoch hölzern und zündet trotz gleicher Zutaten nicht so recht (‘Friendly Fire’); man denke an ROGUES EN VOGUE im Vergleich zu DEATH OR GLORY.

Trotzdem kommen die beiden Recken hier unter dem Strich mit einem flockigen, griffigen, wenngleich latent biederen Werk um die Ecke, das Seiten des Chefpiraten zeigt, die man nicht erwartet hätte. Leider klingt die Scheibe für ein Rock-Album viel, viel zu steril. Die daraus resultierenden – und berechtigten – Fragen, wer sich zum Beispiel um die Drums gekümmert hat, sind jedoch mittlerweile so langweilig, dass wir sie hier einfach ignorieren. Hilft ja nichts. Mit mehr Leben im Sound wäre das eine sichere Fünf gewesen.


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