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Avatar Black Waltz

Melodic Death Metal, Gain/Sony 11 Songs / 57:34 Min.

6/ 7
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Review in METAL HAMMER 12/2012
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Foto: Label

Manche Bands wollen sich einfach in keine Genre-Schublade pressen lassen. Andere dagegen fühlen sich überall gleich gut aufgehoben – und zu diesen gehören die Schweden Avatar. Es gelingt ihnen auf BLACK WALTZ (immerhin das vierte Album der Göteborger seit der Gründung 2001), aus einem Sammelsurium von Stilen einen schlüssigen und einmaligen Sound zu kreieren.

Seit dem Vorgängeralbum AVATAR hat sich auch hörbar einiges getan: Damals, 2010, war die Marschrichtung mit den Eckpfeilern Melodic Death Metal und Glam Metal (Dark Tranquillity meets Lordi) noch einigermaßen sicher abgesteckt. Schräg genug – und beim oberflächlichen Drüberhören nur schwierig zu erschließen. Dabei sind nicht zuletzt ‘Queen Of Blades’ und ‘The Great Pretender’ Hits, die man auch über zwei Jahre nach dem Release immer noch regelmäßig in die Playlist zieht. Und die Hit-Gewalt ist auch die größte Gemeinsamkeit mit dem neuen Avatar-Album BLACK WALTZ.

Zugänglicher geworden ist die Band aber nicht, eher im Gegenteil. Denn die beiden erwähnten Grenzpfos­ten sind gefallen, das aufstrebende Quintett assimiliert jetzt zusätzlich vermehrt Thrash Metal (‘Ready For The Ride’), Industrial- und Marilyn Manson-Einflüsse (‘Napalm’, ‘Paint Me Red’), Gothic (im betörenden Refrain des Brechers ‘One Touch’) oder setzt auch mal Western-Gitarre und Mundharmonika ein (im völlig irren Rausschmeißer ‘Use Your Tongue’).

Kein Song klingt von vorne bis hinten gleich, jeder einzelne ist eine stilistische Achterbahnfahrt, deren Höhepunkte mal flirrende Soli, mal irre Schreie, mal schrille Flöten sind. Und immer wieder ergreifende Melodien. Dass trotz der Vielfalt alles ineinander greift und nie, wirklich nie gekünstelt, aufgesetzt oder zusammengestöpselt wirkt, ist eine große Kunst. Damit warm zu werden, dauert vielleicht ein paar Runden. Danach will man Avatar nicht mehr missen.

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