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METAL HAMMER: Nicht wenige andere düstere Bands wie beispielsweise Ghost oder Slipknot erfinden sich in Teilen von Album zu Album neu – etwa, was Masken oder Bühnenpersönlichkeiten angeht. Gibt es diesbezüglich Überlegungen bei euch im Dominum-Universum?
Felix Heldt: Es gibt schon Überlegungen. Warum das bei Ghost so gut funktioniert, ist, weil Tobias Forge, was das betrifft, ein richtiger Freak ist. Das ist einfach sein Ding — dieses Mythische, dieses Storytelling. Wir machen das schon auch ein bisschen und versuchen, dass es interessant bleibt, weil wir gerne selbst mit zum Beispiel neuen Masken herumprobieren. Im Video zu ‘Doctor Doctor’ stirbt der Doktor an einem gebrochenem Herzen. Ob er wirklich komplett tot ist oder was es damit auf sich hat, kann ich jetzt noch nicht verraten. Aber natürlich gucken wir, dass immer etwas passiert.
Als Band probiert man viel rum, und es sagen einem die ganze Zeit viele Leute, was man zu tun hat, damit es funktioniert. So muss man die ganze Zeit TikTok-Clips produzieren und andauernd Trends mitmachen. Wir haben alles schon mal probiert, aber die Lehre aus den letzten vier Jahren ist, das zu tun, was sich für uns intuitiv am richtigsten anfühlt. Was ist unsere Kernkompetenz? Das ist die Musik und weniger der Klamauk.
Daher sind unsere erfolgreichsten Reels die, in denen die Musik herausgestellt wird. Dementsprechend werden die hauptsächlichen Neuerungen bei uns immer sein, dass wir den nächsten ultrageilen Song jagen. Das klingt ein bisschen platt, aber wir lieben es einfach, Musik zu machen. Oftmals heißt es, dass es nicht reicht, gute Musik zu machen. Bei einer Band, die sich maskiert, ist das natürlich etwas anderes als zum Beispiel bei Megadeth. Doch ich bin mir ebenso sicher, dass Masken allein auf keinen Fall zu nachhaltigem Erfolg einer Band führen. Die Substanz muss passen.MH: Ich habe den Eindruck, dass Konzept-Bands ziemlich schnell Erfolg haben und flott bei den Leuten an-kommen – seien es All For Metal oder Angus McSix. Wie wichtig war das Zombiekonzept für euch?
FH: Wenn man nicht mehr 14 Jahre alt ist und eine Band gründet, ist das schon anders. Man trifft sich mit Mitte 20 oder 30 nicht mehr mit seinen Kumpels im Proberaum, trinkt zwei Kästen Bier und jammt ein bisschen. Es fließen mehr Gedanken dahingehend ein, wie man das macht. Schlussendlich muss das in dem Alter, in dem wir jetzt sind, zu einem gewissen Faktor einfach funktionieren. Jetzt haben alle ein Leben, Wohnungen und Autos, leben nicht mehr bei den Eltern, haben vielleicht sogar Kinder, Verantwortungen. Daher überlegt man: Was könnten wir tun? Was könnte unser Unique Selling Point sein? Da mit reingespielt hat eben auch, dass ich Bands produziere, die ein Konzept haben.
MH: Als Zombieformation bewegt ihr euch im Horror-Genre. Wie tief steckst du selbst in der Horrorwelt drin?
FH: Wenn ich zehn bis zwölf Stunden im Studio bin und versuche, gruselige Melodien zu finden und geile Songs zu schreiben, gehe ich danach nach Hause. Da läuft kein Radio und kein Fernseher, weil ich dann wirklich so drüber bin. Ich habe den ganzen Tag mit Musik zu tun – und das ist saugeil. Zum Abschalten am Abend lese ich mal was, aber beschäftige mich nicht noch mit Horror. Natürlich ist ein Bewusstsein da, doch bin ich kein Horror-Freak, der sich die ganze Zeit anschaut, wie Köpfe explodieren.
Wie Felix Heldt die frischen musikalischen Farbtöne auf NIGHT IS CALLING beschreibt, wie er die in die Dominum-Songs eingebauten bekannten Melodien auswählt und weshalb sich sein Fokus weg vom Produzieren verschoben hat, lest ihr in der METAL HAMMER-Juliausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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