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Esmé Biancos Klage gegen Marilyn Manson wird fortgesetzt

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Die britische Schauspielerin und Burlesque-Tänzerin Esmé Bianco gehört zu den zahlreichen Frauen, die den Schock-Rocker Marilyn Manson wegen sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung und/oder diverser körperlicher und psychischer Übergriffe anklagen. Während viele Anschuldigungen durch ihr plötzliches und vermehrtes Auftauchen von der Öffentlichkeit kritisch beäugt und teilweise gerichtlich abgewiesen wurden, setzt sich Biancos Anklage gegen Manson durch und das Gerichtsverfahren kann fortgesetzt werden.

Mansons Anwälte versuchten zwar, Esmé Biancos Klage wegen Verjährung abzuweisen, kamen mit dem Argument vor dem Richter allerdings nicht durch. Dieser erklärt: „Eine vernünftige Jury konnte zu dem Schluss kommen, dass die Auswirkungen von Warners angeblichen skrupellosen Handlungen, einschließlich der wahrgenommenen Bedrohung der Sicherheit, des Einwanderungsstatus und der Karriere der Klägerin, noch Jahre nach ihrem letzten Kontakt mit Warner andauerten.

Mansons Team muss nun innerhalb von zwei Wochen förmliche Antworten auf jede der Behauptungen in Biancos Klage einreichen.

Marilyn Manson und Anwalt weisen Anschuldigungen ab

„Ich hoffe, dass dieses Urteil anderen Überlebenden die Möglichkeit gibt, für sich selbst Gerechtigkeit zu erlangen“, erzählt Bianco. „Gleichzeitig soll es den Missbrauchstätern signalisieren, dass sie ihre Opfer nicht zum Schweigen bringen können.“

Im Mai 2021 veröffentlichte Mansons Anwalt Howard E. King eine Stellungnahme zu den Behauptungen gegenüber der Associated Press: „Diese Behauptungen sind nachweislich falsch. Um es klar auszudrücken: Diese Klage wurde erst eingereicht, nachdem mein Mandant sich weigerte, sich von Frau Bianco und ihrem Anwalt einschüchtern zu lassen und ihren unverschämten finanziellen Forderungen nachzugeben, die auf einem Verhalten beruhen, das einfach nie stattfand. Wir werden diese Behauptungen vor Gericht energisch anfechten und sind zuversichtlich, dass wir uns durchsetzen werden.“

Bianco beschuldigt Manson, sie mit Drogen, Gewalt und Gewaltandrohungen bei mehreren Gelegenheiten zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. „Herr Warner vergewaltigte Frau Bianco im oder um den Mai 2011“, heißt es in der Klage. Weiter wird behauptet, dass Manson „sexuelle Handlungen“ mit Bianco vornahm, als sie bewusstlos oder nicht in der Lage war, ihre Zustimmung kundzutun. „Diese Handlungen umfassen das Versohlen, Beißen, Schneiden und Auspeitschen von Frau Biancos Gesäß, Brüsten und Genitalien zur sexuellen Befriedigung von Herrn Warner – alles ohne die Zustimmung der Klägerin.

Vorwurf zum Menschenhandel

Der Beschwerde zufolge betrieb Marilyn Manson Menschenhandel, als er Bianco mit „Betrug“ in die Vereinigten Staaten lockte. Diese sollte in seinem Musikvideo für den Song ‘I Want To Kill You Like They Do In The Movies’ und einem nie gedrehten Horrorfilm mit dem Titel „Phantasmagoria“ mitwirken.

„Er versprach Arbeitsmöglichkeiten, die es nie gab, während er sich in ihr Visumsverfahren einmischte“, heißt es in der Klageschrift. „Indem er sich selbst in das Visumverfahren von Frau Bianco einmischte, war Herr Warner in der Lage, Frau Bianco zu kontrollieren, indem er drohte, ihr die Unterstützung zu entziehen, wenn sie ihm nicht gefiele.“ Einmal, so die Klägerin, hinderte er sie an einer Flucht, indem er sie in einem Schlafzimmer einsperrte.

Bianco bringt außerdem vor, dass Manson sie zu „unbezahlter Arbeit“ zwang, was gegen das US-Gesetz zum Menschenhandel verstößt. „Dazu gehörte das Servieren und Zubereiten von Essen für Herrn Warner und seine Gäste, das Reinigen seiner Wohnung, die Beratung zu seinem Album, das Bereitstellen von nicht anerkanntem Backup-Gesang während des kreativen Prozesses für das Album BORN VILLAIN und das Anbieten an seine Gäste und Band-Kollegen zum ‚Versohlen‘. (…) Herr Warner deutete an, dass sie ihm Arbeit und sexuelle Intimität schuldete, weil er Frau Bianco in die Vereinigten Staaten gebracht und ihr eine Unterkunft zur Verfügung gestellt hatte.“

Missbrauch am Set und hinter der Kamera

Bis zu dem Tag des Musikvideo-Drehs im Jahr 2009 zu ‘I Want To Kill You Like They Do In The Movies’ pflegten Bianco und Manson nach eigenen Angaben eine gesunde Freundschaft. Am Set des Drehs schlug ihr Verhältnis auf gewaltsame Weise um.

Manson erklärte, dass Video müsste mit einer Flip-Kamera gedreht werden, um eine authentische Heimvideo-Atmosphäre zu erzeugen. Zusätzlich müsste er Bianco für die Handlung im Video „entführen“. „Ich brauche eine Liebhaberin, die gleichzeitig mein Opfer ist“, schrieb er in einer E-Mail. Bianco glaubte, dass es sich um einen rein professionellen Job handeln würde. „Du wirst so tun müssen, als ob es dir gefällt, von mir misshandelt zu werden. Sorry“, schrieb ihr Manson wenige Tage vor den Dreharbeiten.

Als Bianco das Set betrat, sagt sie, verwischte die Grenze zwischen Kunst und Realität sofort. Die damals 26-Jährige verbrachte scheinbar schlaflose Tage in Unterwäsche am Set, während Manson ihr Kokain statt Essen servierte. Bald wurde er gewalttätig, fesselte sie mit Kabeln an eine Gebetsbank, peitschte sie aus und verwendete ein elektrisches Sexspielzeug namens „Violet Wand“ an ihr. Dabei soll es sich um die gleiche Art von „Foltergerät“ handeln, von dem Evan Rachel Wood behauptet, dass er es bei ihren Erniedrigungen benutzte. Bianco versuchte sich trotz ihres Entsetzens einzureden, dass es nur Manson wäre, der Theater machen und mit dem große Kunst entstehen würde. Schlussendlich wurde das Musikvideo nie veröffentlicht und Bianco bekam das Material der Dreharbeiten nicht zu sehen.

Trotz der körperlichen und psychischen Gewalt, die Marilyn Manson Bianco regelmäßig antat, begannen die beiden eine Beziehung. Bianco ließ sich von ihrem damaligen Ehemann scheiden, verließ ihren Wohnsitz in London und zog zu Manson nach Los Angeles.

Manipulation und Kontrollzwang seitens Manson

Während der Beziehung war Bianco Mansons Kontrollsucht scheinbar machtlos ausgeliefert. Sie sagt, dass er ihr vorschrieb, wie sie sich zu kleiden hatte, wann oder ob sie die Wohnung verlassen durfte, und kontrollierte ihren Schlafrhythmus. „Ich wurde oft heftig wachgerüttelt, wenn ich ohne Erlaubnis schlafen ging. (…) Ich fühlte mich im Grunde wie eine Gefangene. (…) Mit wem ich auch sprach, jeder wurde vollständig von ihm kontrolliert. Wenn ich meine Familie anrief, versteckte ich mich im Kleiderschrank.“

Zusätzlich behauptet Esmé Bianco, dass Manson ihre Sexszene aus „Game Of Thrones“ auf einem Projektor für seine Gäste abspielte und sie sich dadurch gedemütigt fühlte. Er sagte dann: „Das ist meine Freundin, sie ist eine Hure. Schaut, man kann ihre Titten sehen.“ Bianco beschuldigt Manson, sie mit Klingen und Messern geschnitten zu haben. Manson schickte Fotos von den Ergebnissen seiner Taten an Band-Kollegen und seine persönliche Assistentin Ashley Walters mit dem Betreff „Seht ihr, was passiert?“.

Nach zwei Monaten des Zusammenlebens kam es zum Bruch, als Manson Bianco mit einer Axt durch die Wohnung jagte. Daraufhin suchte sie sich eine eigene Wohnung und beendete die Beziehung. Bereits vor ein paar Jahren sagte Bianco zusammen mit Evan Rachel Wood öffentlich aus. Damals erwähnte sie allerdings nicht den Namen ihres Peinigers.

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Marilyn Manson plädiert auf nicht schuldig

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press zufolge hat Marilyn Manson mittels eines Anwalts bei einem Bezirksgericht in New Hampshire auf nicht schuldig plädiert. Für den 27. Dezember ist eine Anhörung in dem Fall der Spuckattacke angesetzt. Der Schock-Rocker wurde in zwei Anklagepunkten wegen leichter Körperverletzung angeklagt. Als Strafe drohen ihm ein maximal einjähriger Gefängnisaufenthalt sowie eine Geldbuße von bis zu 2.000 US-Dollar (ca. 1.700 Euro). Böser Bube Die Klage gegen Marilyn Manson hat eine Kamerafrau eingereicht, die am 18. August 2019 ein Konzert des Musiker filmte. Dabei soll der Metaller, der mit bürgerlichem Namen Brian Warner heißt, die Kamerafrau mehrfach…
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