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Ozzy Osbourne: Ruhestand ist zwecklos

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Lest das komplette Interview mit Zakk Wylde und Jack Osbourne in unserer aktuellen METAL HAMMER-Maiausgabe.

War der Abschied von Black Sabbath – Bill Ward mal wortwörtlich ausgenommen – zuletzt zwar ein fast versöhnlicher, wäre es nicht das erste Mal, dass Ozzy Osbourne auf sich allein gestellt voll aufdreht:

Zum einen hat der Madman bereits eine (letzte?) auf zwei Jahre ausgelegte Welttournee mit dem so schönen wie aussagekräftigen Namen „No More Tours 2“ angekündigt, die ihn mit seinem dienstältesten Gitarristen und Weggefährten Zakk Wylde wiedervereint sieht. Zum anderen feiert derzeit auch die Medienpersönlichkeit Ozzy ein Comeback.

Während seine Familienserie ‘The Osbournes’ in Form einer neuen Podcast-Reihe ihre Fortsetzung erfährt, gibt es auch im Fernsehen ein Wiedersehen mit dem Fürsten der Finsternis: Für die aktuell in der zweiten Staffel ausgestrahlte Reality-TV-Serie ‘Ozzy & Jack’s World Detour’ reist der Sänger mit seinem Sohn Jack zu obskuren Orten und skurrilen Sehenswürdigkeiten quer durch die USA. Grund genug, um Zakk Wylde und Jack Osbourne zum Gespräch über ihren Brötchengeber respektive alten Herrn zu bitten. Eine Annäherung an Ozzy Osbourne, Rock-Legende und Fernseh-Star, aus zwei Perspektiven.

Zakk Wylde

Hast du ein erklärtes Lieblingsalbum, das du mit Ozzy gemacht hast?

NO MORE TEARS war sicher die größte Platte. Aber alle Alben sind mit bestimmten Erinnerungen verknüpft. ­OZZMOSIS entstand teils in New York, teils in Paris, und die Aufnahme-Sessions waren auch ein Riesenspaß. Aber den hatte ich ehrlich gesagt bei allen Scheiben. Man muss natürlich dazu sagen, dass man das Gefühl des ersten gemeinsamen Albums nicht ersetzen oder wiederholen kann – insofern hat es durchaus eine Sonderstellung inne.

Gab es jemals kreative Auseinandersetzungen zwischen Ozzy und dir?

Keine größeren, nein. Wenn etwas nicht funktioniert, sagt Ozzy einfach, lass uns etwas anderes versuchen. Es gab nie große Diskussionen, es wurden höchs­tens mal Parts ausgetauscht. Worüber soll man auch groß diskutieren? So, wie ich das sehe und schon immer gesehen habe, ist Ozzy mein Boss, und das respektiere ich.

Er ist der Chef in seinem Restaurant, und ich bin einer seiner Köche. Wenn er mich darum bittet, ein Gericht von der Karte zu streichen, mache ich das ohne Murren. Oder wenn er sagt, dies oder das braucht etwas mehr Salz oder Sour Creme, dann leiste ich dem folge. Er ist der Boss.

Du kennst Ozzy nun seit mehr als 30 Jahren. Wie hat sich eure Beziehung über diese Zeit verändert?

Jeder fragt mich momentan, wie sich der erste Tag nach meiner Rückkehr in Ozzys Band angefühlt hat. Ich kann darauf immer nur sagen: genauso wie früher. Es ist eher ein Wunder, dass wir überhaupt jemals etwas zustande bekommen, wenn wir beide in einem Raum sind, weil wir die ­meiste Zeit damit beschäftigt sind, uns vor Lachen zu bepissen.

Man muss nur fünf Minuten in Ozzys Gegenwart verbringen, und schon lacht man Tränen. Er macht sich ständig über sich selbst lustig und genauso über alles andere, was abgeht. Seien es aktuelle Geschehnisse, die Nachrichten, was auch immer. Ozzy zieht alles durch den Kakao. Wie gesagt, ich wundere mich immer, wie wir überhaupt etwas auf die Kette bekommen.

Wenn es um die Wurst geht, verhalten sich natürlich alle professionell. Aber ansonsten gilt die Devise: Was, außer richtig viel Spaß zu haben, ist sonst Sinn und Zweck, in einer Rock-Band zu spielen?

Jack Osbourne

Du warst Produzent und Initiator von ‘God Bless Ozzy Osbourne’ (2011). Diese Dokumentation zeigt auch eine ganz andere Seite deines Vaters als die des Rock- oder Fernseh-Stars…

Ich denke, das trifft auf die meisten Künstler zu. Wenn er in T-Shirt und Jogginghose zu Hause sitzt, entspricht das sicher nicht dem Bild, das die Öffentlichkeit sonst von ihm hat. Aber er ist in seiner Freizeit total entspannt, ruhig und auch introvertiert. Das wollten wir mit diesem Film zeigen.

Wie würdest du deinen Vater jemandem beschreiben, der keinen blassen Schimmer davon hat, wer dieser Ozzy Osbourne eigentlich ist?

Das ist eine gute Frage. (lacht) Er ist die komplexeste und zugleich groß­herzigste Person, die man sich vorstellen kann. Er hat so viele verschiedene Seiten. Er ist großzügig und hat auch diese seltsame Bescheidenheit, obwohl er ein berühmter und respektierter Musiker ist. Zugleich ist er aber auch immer der Rock-Star.

Die Dreharbeiten zu unserer Serie verdeutlichen das ganz gut: Egal, wo wir gerade sind, kommen die Leute an und behelligen ihn – und er beschwert sich manchmal gerne darüber. Ich habe ihm dazu nur gesagt, dass wenn er vielleicht nicht die ganze Zeit wie Ozzy Osbourne gekleidet rumlaufen würde, ihn die Leute vielleicht gar nicht beachten würden. (lacht) Aber er entgegnete darauf nur, dass er Rock-Star sei und das so machen müsse.

Aktuell feuert eure Familie wieder auf allen Ka­-nälen. Es gibt sogar eine neue Podcast-Serie namens ‘The Osbournes’. Für die Fortsetzung der Kult-Reality-TV-Serie von damals habt ihr die Sendung in ein neues Medium übertragen. Wie läuft das?

Das macht einen Riesenspaß. Das Schwierigste ist, alle zusammenzutrommeln. Das ist ein bisschen so wie eine Horde Katzen zu koordinieren. Jeder von uns ist viel beschäftigt und macht 9.000 Sachen gleichzeitig. Aber wenn wir zusammenkommen, geht es immer hoch her. Die Idee dahinter war ganz einfach: Wir wurden immer wieder gefragt, wann die ‘Osbournes’ zurück ins Fernsehen kommen. Mir war stets klar, dass das so wie damals nicht mehr passieren wird und kann.

Wir leben nicht mehr als Familie zusammen, Kelly und ich sind mittlerweile keine Teenager mehr, sondern alt. Die Magie, die diese TV-Serie damals erschaffen hat, ist heute einfach nicht mehr reproduzierbar. Insofern hatte ich die Überlegung, einen Podcast daraus zu machen, der immer noch all die schrägen Unterhaltungen und Eskapaden, für die wir bekannt sind, beinhaltet. Der Podcast hat Elemente der alten Serie, aber auch ganz neue. Diesmal haben wir zusätzlich Gäste in der Show.

Apropos Gäste im Hause Osbourne: Stimmt es, dass Zakk Wylde früher öfter für deine Schwester und dich den Babysitter gespielt hat?

Ja, Zakk und seine Frau Barbaranne haben regelmäßig auf uns aufgepasst. Sie insbesondere, alle paar Wochen. Wenn wir mit auf Tour waren, sind sie ja auch immer dabeigewesen. Zakk war fast noch ein Teenager, als er in die Band meines Vaters eingestiegen ist. Er hat ­Barbaranne sehr früh geheiratet und sie waren das perfekte junge Paar, dem meine Eltern vollends vertraut haben.

Es war cool. Zakk ist immer sehr neckisch gewesen, wir hatten viel Spaß zusammen. Auch wenn das Szenario, dass Zakk Wylde den Babysitter gibt, für Außenstehende vielleicht etwas schräg anmuten muss…

 

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