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METAL HAMMER PODCAST Folge 1 mit Doro Pesch https://www.metal-hammer.de/wp-content/uploads/2020/11/27/09/mh-podcast-beitragsbanner.gif

Schwarz und Weiß: Die besten Musikvideos ohne Farbe

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Die ältesten Filme der Geschichte sind nicht länger als zwei Sekunden und zeigen Aufnahmen von solch gewöhnlichen Dingen wie gehenden Männern und fahrenden Kutschen – und doch veränderten sie unsere Kulturgeschichte ungemein. Gemeint sind die experimentellen Kurzfilme ‘Roundhay Garden Scene’ und ‘Traffic Crossing Leeds Bridge’ von Louis Le Prince aus dem Jahr 1888. Etwa ein Jahrzehnt später, am 28. Dezember 1895, führten die Brüder Lumière zehn ihrer Kurzfilme, unter anderem ihr einminütiges Werk ‘Arbeiter verlassen die Lumière-Werke’ (1895), erstmalig vor zahlendem Publikum vor. Jene Veranstaltung gilt heute als die Geburtsstunde des Films.

Im vergangenen Jahrhundert unterlag die Filmindustrie zahlreichen Wandlungen, die nicht selten revolutionären Charakter hatten. Neben der Entwicklung vom Stumm- hin zum Tonfilm gehörte wohl der Farbfilm zu den wichtigsten technischen Fortschritten der Filmgeschichte. Heute werden schwarz-weiße Bewegtbilder immer noch gerne als ausdrucksstarkes Stilmittel angewandt – auch im Kontext von Musikvideos. Wir stellen euch fünf besondere vor.

A Perfect Circle: Time To Put The Silicone Obsession Down

Seit etwa zwölf Jahren wartete die Welt – oder zumindest Teile von ihr – auf das neue Tool-Album FEAR INOCULUM (2019), als Maynard James Keenan mit A Perfect Circle stattdessen EAT THE ELEPHANT (2018) veröffentlichte. Auf jenem Langspieler enthalten: ‘Disillusioned’, das von einem Video in schwarz-weiß begleitet wird. Zu sehen ist eine Frau, die sich mit gespenstischen Menschen konfrontiert sieht. Diese können sich nicht von ihren Smartphones lösen. Um der digitalen Besessenheit zu entkommen, verweisen A Perfect Circle auf die heilenden Kräfte der Natur. Zwischen EAT THE ELEPHANT und dem Vorgänger EMOTIVE lag übrigens ebenfalls eine sehr lange Zeit, nämlich etwa 14 Jahre.

Rob Zombie: Hallucination Thrives On My Stereo

Wenn jemand Film und Musik gekonnt vereint, dann ist es wohl Rob Zombie. Das Multitalent ist sowohl als Musiker erfolgreich, als auch als Filmemacher. Dabei spezialisierte er sich schon vor Langem auf ein ganz bestimmtes Filmgenre: den Horror. Beispielsweise setzte er seine Leidenschaft für den Grusel in Remakes der Klassiker ‘Halloween’ und ‘Halloween 2’ um; zuletzt erschien ‘3 From Hell’ (2019) – das Ende einer Trilogie. Natürlich bringt Rob Zombie seine Erfahrungen aus dem Filmgeschäft auch in seine Musikvideos ein: Diese inszeniert er für gewöhnlich eigenhändig. So auch jenes zu ‘Dead City Radio And The New Gods Of Supertown’.

Porcupine Tree: A Fire To Feed, A Belt To Bleed

In ihrem Song ‘Strip The Soul’ greifen Porcupine Tree eine außerordentlich erschütternde, ja, verstörende Thematik auf: Missbrauch innerhalb der Familie. Die Lyrics des Songs lassen auf einen Protagonisten schließen, der deutlich psychopathisches Züge in sich trägt und seine Familie sowohl psychisch als auch physisch misshandelt. Das Video zum Song strickt die ohnehin schon stark bedrückende Atmosphäre kunstvoll weiter.

Alice In Chains: Mind, Of Destructive Taste

Lichter sind spärlich gesät und düster, das Video ist geprägt von außergewöhnlichen Winkeln und schwankenden Kamerabewegungen – eine manische Atmosphäre entsteht. Inmitten dieses rastlosen Spektakels befindet sich Layne Staley, der seinen intensiven Blick direkt in die Kamera richtet. Das Musikvideo zu Alice in Chains Glanzstück ‘Sea Of Sorrow’ besteht aus zwei unterschiedlichen Aufnahmen von zweierlei Regisseuren. Die eine Version ist farblos, die andere nicht. Im Nachhinein wurden beide nahtlos zusammengefügt.

Sólstafir: Miðaftann

Für einen ihrer ruhigeren Songs machte sich die isländische Post-Metal-Band Sólstafir auf die Suche nach einer ganz besonderen Location. Die Kamera-Aufnahmen sollten der Dramatik ihres Tracks ‘Miðaftann’ gewachsen sein; die Schwermütigkeit muss sich in kraftvollen, schwarz-weißen Bildern widerspiegeln können. Der Strand von Reynisfjara an der Südküste Islands erschien mehr als geeignet. Er zählt mit seinem schwarzen Sand und den eindrucksvollen Seespitzen zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Insel. Gleichzeitig machen ihn die gewaltigen Wellen, die erbarmungslos auf den Sand einschlagen, zu einem der gefährlichsten Meeresufer Islands. Eines, das regelmäßig Todesopfer fordert.

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