‘Some Kind Of Monster’ verrät uns zehn Dinge über Metallica

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Die Veröffentlichung der Metallica-Rockumentary ‘Some Kind Of Monster’ liegt zwar inzwischen bereits 18 Jahre zurück, allerdings lehrt uns der 2004 erschienene Film noch heute intimes Wissen über die Genre-definierenden Thrasher. Noch nie zuvor war es der Metallica-Fan-Gemeinde möglich, solch persönliche Einblicke in die Leben von James Hetfield, Lars Ulrich und Co. zu gewinnen. Aber waren die frühen Zweitausender wirklich die richtige Zeitspanne, um die „Four Horsemen“ mit der Kamera zu begleiten?

Fakt ist: Metallica hatten zum Start ins neue Jahrtausend erhebliche PR-Probleme. Während sich Fans fragten, wann das nächste Studioalbum veröffentlicht werden würde, begab sich James Hetfield wegen seiner Alkoholsucht in eine Entzugsklinik, Lars Ulrich wurde zum, wie er sagt, „meistgehassten Mann im Rock ’n‘ Roll“, weil er sich am Versuch beteiligte, Napster zu Fall zu bringen. Und Jason Newsted verließ die Band.

Neben dramatischen persönlichen Krisen dreht sich ‘Some Kind Of Monster’ doch maßgeblich um die legendäre Musik der Gruppe. Nach langjährigem Warten entstand der Nachfolger von LOAD (1996) und RELOAD (1997): ST. ANGER (2003) – eine revolutionäre Platte, die sowohl in den USA als auch in Deutschland mit Doppelplatin zertifiziert wurde. Die Geschichte rund um die Entstehung der Platte als auch die im Folgenden genannten zehn Enthüllungen gibt es in der Doku-Reihe zu entdecken, die via Netflix gestreamt werden kann.

01. Keine Tabus

Mit ‘Some Kind Of Monster’ machten Metallica keine halben Sachen – nichts war tabu, und so ziemlich jedes Band-Mitglied legte einen anschaulichen Seelen-Striptease hin. Doch auch die Gastauftritte befreundeter Musiker sorgten für emotionale Momente.

Jason Newsted sprach offen über seinen Ausstieg aus der Band, und Dave Mustaine hatte einen überraschend verletzlichen Cameo-Auftritt in dem Film. Mustaine eröffnete Lars Ulrich, wie es ist, von Metallica-Fans gehasst zu werden und wie er sich wünscht, dass die Dinge für ihn als Mitglied von Metallica anders gelaufen wären. „Du erlebst gerade etwas, das ich seit 13, 14 Jahren durchmache“, sagte der Megadeth-Frontmann zu Ulrich über die Schwierigkeiten, die Metallica zu dieser Zeit durchmachten.

02. Robert Trujillo entpuppte sich als Metallica-Mitglied par excellence

Am 661. Drehtag eröffneten Metallica die Castings für ihren offenen Bassisten-Posten. Im Gegensatz zu der Suche nach einem Cliff Burton-Ersatz im Jahr 1986, die einen Tag nach seiner Beerdigung begonnen hatte, gingen es die Thrasher diesmal etwas ruhiger an. Aufgrund der kriselnden Situation legten Metallica ihren Fokus vorrangig auf die Schlichtung Band-interner Probleme, die Fertigstellung des Albums und ihre gesundheitliche Genesung.

Um alle Möglichkeiten durchzuspielen, ließen sie Scott Reeder von Kyuss und Unida, Twiggy Ramirez von A Perfect Circle und Marilyn Manson, Pepper Keenan von Corrosion of Conformity, Chris Wyse von The Cult, Eric Avery von Jane’s Addiction und Danny Lohner von Nine Inch Nails als Bewerber auftreten. Aber derjenige, der aus der großen Gruppe begnadeter Bassisten herausstach, war Robert Trujillo von Ozzy Osbourne, Suicidal Tendencies und Infectious Grooves.

„Er war der erste von allen, der nicht so aussah, als würde er sich abmühen“, sagte Ulrich über Trujillos Auftritt. Als Hetfield, Hammett und Ulrich Trujillo den Job anboten, sagten sie: „Mit dir werden wir besser spielen.“ Daraufhin boten sie ihm 1 Million Dollar an, wenn er sich entschließen würde, Metallica beizutreten.

Metallica, ST. ANGER-Cover

03. Lars Ulrich ist ein Kunstkenner

Am Ende der Dokumentation wurde dem Metallica-Schlagzeuger eine komplette Szene gewidmet, in der er mehrere Stücke seiner Kunstsammlung für Millionen von Dollar verkauft. Zeigen soll die Szene aber eigentlich, dass die Kunst Ulrichs „große Flucht“ darstellt.

Wie er den Filmemachern zu Beginn des Dokumentarfilms sagte: „Mein Interesse an Kunst, Musik und Metallica ist von nichts zu trennen.“ Als er zu seinem Original von Jean-Michel Basquiat aufschaute, bezog Ulrich das Kunstwerk auf seine eigene Musik. Er zeigte auf eine Stelle des Gemäldes und fragte sich, warum Basquiat an der einen Stelle mehr Striche gesetzt hatte und an der anderen weniger. „Wo sind die Anfangspunkte und wo die Endpunkte?“, fragte Ulrich in Bezug auf das Kunstwerk. „Wann ist ein Song fertig? Was heißt das überhaupt?“

04. Metallica sind Familienmenschen

‘Some Kind Of Monster’ zeigt deutlich, dass Familie einen wichtigen Teil des Metallica-Lebens darstellt. Ob Ulrichs Sohn an seinem Schlagzeug jammt oder Hetfield mit seinem Kind auf dem Schoß Scratch-Vocals aufnimmt. Es wird unmissverständlich klar, dass die Thrasher nicht ohne ihre Liebsten können.

05. Das Metallica-„Mission Statement“

Metallicas Therapeut und Performance-Coach, Phil Towle, schrieb ein sogenanntes „Mission Statement“ für die Band, das sie motivieren sollte, ihre Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Zu Beginn des Films las er einen Teil daraus laut vor: „Wir sind jetzt hier, um das Album unseres Lebens zu erschaffen. Auf unseren individuellen und gemeinsamen Reisen – manchmal durch Schmerz und Konflikte – haben wir die wahre Bedeutung der Familie entdeckt. Indem wir ultimative Einigkeit erreichen, werden wir zu Heilern für uns selbst und für die Unzähligen, die uns und unsere Botschaft annehmen. Wir haben gelernt und wir verstehen. Jetzt müssen wir teilen.“

06. Kirk Hammett kaufte sich eine Ranch

Kirk Hammett ist für viele Dinge bekannt, darunter seine atemberaubenden Gitarrensoli, seine Liebe zum Surfen und seine Besessenheit von Horrorfilmen. Eine Sache, die die meisten Fans nicht wussten, bis sie in ‘Some Kind Of Monster’ enthüllt wurde, war, dass er auch ein leidenschaftlicher Rancher ist. Zumindest kaufte er damals eine Ranch in Nordkalifornien, um dort hin und wieder reiten und Abstand von seinem Musikerdasein nehmen zu können.

07. Torben Ulrich

Lars Ulrich gab zu, dass sein Vater Torben eine prägende Rolle in seiner Karriere spielt. So erzählte er in der Dokumentation, dass Papa Ulrich ein feines Gespür für Lars‘ Musik entwickelt hat und teilweise sogar die Macht besitzt, über das Behalten oder Verwerfen von Metallica-Songs zu entscheiden. „Er durchschaut sie in 2,5 Sekunden“, erklärte der Schlagzeuger. „Es gibt nichts Schlimmeres, als ihm die neue Platte vorzuspielen und zu wissen, dass etwas darauf scheiße ist.“

08. Die Hetfield-Ballerina

Auch James Hetfield zeigte sich in ‘Some Kind Of Monster’ von seiner sanften Seite. Nach dem Aufenthalt in der Entzugsklinik besuchte er seine Tochter beim Ballett-Unterricht und freute sich sichtlich, der Kleinen beim Tanzen zuzusehen. Auch diese Szene ist ein Indiz für die wichtige Rolle, die die Familie im Leben eines Metallica-Mitglieds einnimmt.

09. Ulrich und Hammett besuchten ein Echobrain-Konzert

Um den kürzlich verabschiedeten Jason Newsted zu unterstützen, besuchten Lars Ulrich und Kirk Hammett einen Echobrain-Auftritt. Die Band, die Newsted gemeinsam mit Brian Sagrafena und Dylan Donkin gründete, gab damals ihr Debütkonzert.

10. Es gibt unveröffentlichtes „Presidio Sessions“-Material

In einem Interview aus dem Jahr 2004 mit 99.7 The Blitz erklärte Hetfield, dass es etwa 15 Songs nicht auf die ST. ANGER-Platte schafften. Obwohl die Fans auf ‘Some Kind Of Monster’ einen kleinen Einblick in diese Songs bekommen, wurden sie nie offiziell veröffentlicht.

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