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Thrash Metal: Was ist das? Plus: die wichtigsten Bands

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Man glaubt es kaum, aber es gibt tatsächlich immer noch Leute die von „Trash Metal“ (zu deutsch: Müll-Metal) reden. Meistens handelt sich dabei um Ottonormalmusikhörer, denen man dann gerne erklärt, dass es „Thrash Metal“ heißt, was vom englischen Verb „thrash“ herrührt, was so viel wie dreschen, versohlen oder prügeln heißt. Insofern stellt Thrash Metal nichts anderes als eine musikalische Versohlung dar.

Ursprung und Merkmale

Diese harte metallische Spielart kam Anfang der 80er-Jahre auf, als es bereits die New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM) mit Bands wie Iron Maiden, Judas Priest, Motörhead  und Venom gab, von denen sich die ersten Thrasher maßgeblich beeinflussen ließen. Sie wollten nur einfach etwas Neues und Eigenes kreieren. Und das sollte energetischer, schneller und lauter sein. Also kombinierten sie die komplexen Gitarrenriffs und das Double-Bass-Schlagzeugspiel mit der Geschwindigkeit und der Aggressivität des Hardcore Punk.

Inhaltlich richteten sich die Texte gegen den Konservatismus unter US-Präsident Ronald Reagan, sprich: gegen Krieg, Gewalt, Folter, Willkür, Ungerechtigkeit und dergleichen. Man wollte krasse, echte, aneckende Themen behandeln. Ganz im Gegensatz zum schillernden Glam Metal mit Gruppen wie Mötley Crüe, Poison oder Warrant, die sehr eingängige Songs schrieben, Spandex trugen und Haarspray benutzten. All das fanden echte Thrasher-Kerle ziemlich „gay“.

Thrash Metal – Die wichtigsten Bands:

Metallica

Metallica bei einer Foto-Session am 1. Februar 1985 in Royal Oak, Michigan

Die wohl bekannteste Band des Metal überhaupt hat den Thrash Metal mitgeprägt. 1981 gegründet, wurden James Hetfield und Co. vom Metal Blade-Gründer Brian Slagel entdeckt, der ihren Track ‘Hit The Lights’ auf seinen METAL MASSACRE-Sampler (1982) packt. Der Rest ist Geschichte – inklusive der Explosion in den Mainstream mit ‘Nothing Else Matters’ und dem schwarzen Album (1991), den Alternative Rock-Ausflügen beziehungsweise -Vergehen LOAD (1996) und RELOAD (1997), der Hilfe-zur-Selbsthilfe ST. ANGER (2003) und der epochal gescheiterten Kollaboration mit Lou Reed (LULU, 2011).

Nichtsdestotrotz können sich alle Metalheads auf die ersten vier Platten von Metallica einigen. KILL ’EM ALL (1983), RIDE THE LIGHTNING (1984), MASTER OF PUPPETS (1986) und …AND JUSTICE FOR ALL (1988) enthalten derart viele Genre-Klassiker und Hits, dass es schon fast eine Frechheit ist. Und mit den jüngsten Spätwerken DEATH MAGNETIC (2008) sowie HARDWIRED… TO SELF-DESTRUCT (2016) setzen die „Four Horsemen“ auch wieder konsequent auf Thrash Metal. Zusammen mit Megadeth (der Band ihres Ex-Gitarristen Dave Mustaine), Anthrax und der nachfolgenden Formation bildet das große M übrigens die „Big Four“ des Thrash.

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Slayer

Slayer

Wahrscheinlich noch wichtiger und essentieller für den Thrash sind allerdings die „Schlächter“ aus Los Angeles. Hier gilt ohne Zweifel: faster, harder, krasser, Slayer. Die Gitarristen Kerry King und der 2013 verstorbene Jeff Hanneman, Bassist/Sänger Tom Araya und Schlagzeuger Dave Lombardo präsentierten einen Metal-Verschnitt, der in Sachen Geschwindigkeit, Präzision und Brutalität seinesgleichen suchte. Darüber hinaus scheute sich das Quartett auch nicht vor den unangenehmsten Themen – im ikonischen Song ‘Angel Of Death’ vom legendären Album REIGN IN BLOOD (1986) geht es zum Beispiel um den Nazi-Folterer Josef Mengele.

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Megadeth

Megadeth 1990

Wäre es nach Bandboss Dave Mustaine gegangen, hätte es Megadeth vielleicht nie gegeben. Denn der Gitarrist spielte bekanntlich zunächst bei Metallica. Doch da der Rotschopf offenbar zu oft zu heftig feierte und nicht gerade der umgänglichste Typ war, setzte ihn die noch junge Band im Frühjahr 1983 vor die Tür und engagierte den damaligen Exodus-Saitenstreichler Kirk Hammett.

So blieb Mustaine nichts anderes übrig als sein eigene Formation aufzuziehen: Megadeth. Mit stets etwas quietschender Stimme aber formidablen Skills an den sechs Saiten feierte das Vierergespann vor allem in der klassischen Besetzung mit Mustaine, Solo-Gitarrist Marty Friedman, Bassist David Ellefson und Drummer Nick Menza große Erfolge. Die Alben RUST IN PEACE (1990) und COUNTDOWN TO EXTINCTION (1992) beinhalten Thrash-Klassiker wie ‘Tornado Of Souls’, ‘Holy Wars… The Punishment Due’, ‘Skin O’ My Teeth’ und ‘Symphony Of Destruction’. Damit bewies Mustaine, was für ein begnadeter Songwriter er ist.

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Kreator

Sweden Rock 2013

Auch in Deutschland lebte Anfang der 80er-Jahre die Metal-Szene. So war es nicht verwunderlich, dass auch hierzulande Thrash Metal gespielt wurde. Eine der ältesten Gruppen sind Kreator, die Frontmann/Gitarrist Miland „Mille“ Petrozza, Bassist Rob Fioretti und Schlagzeuger Jürgen „Ventor“ Reil gründeten. Nach einer experimentellen Phase in der 90er-Jahren kehrten Kreator wieder zu ihren musikalischen Wurzeln zurück und feiern seitdem fortlaufend Erfolge. So avancierten beispielsweise ihre zwei jüngsten Platten PHANTOM ANTICHRIST (2012) und GODS OF VIOLENCE (2017) zum Album des Monats im METAL HAMMER.

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Sodom

Sodom 1992

Wie Kreator gehören ebenso Frontmann und Bassist Tom Angelripper und seine Band zum Inventar des deutschen Thrash Metal. Die Gelsenkirchener zeichnen sich durch Authentizität, Bierseligkeit und eine gewisse Ungehobeltheit aus. Jüngst wechselte „Onkel Tom¡ seine Mitmusiker dezent unsanft aus: Gitarrist Bernd „Bernemann¡ Kost und Schlagzeuger Markus „Makka“ Freiwald mussten gehen, woraufhin sie Bonded gründeten. Wieder vervollständigt haben Sodom Drummer Stefan „Husky“ Hüskens sowie die Gitarristen Frank „Blackfire“ Gosdzik und Yorck Segatz.

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Ross Marino/Icon and Image Getty Images
Larry Marano Getty Images
Albert L. Ortega/GettyImages WireImage
Frank C. Dünnhaupt
Sodom

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